Bürgermeister Geier dringt auf Absage

Halle prüft rechtliche Schritte gegen Militariamesse

Von Von Annette Herold-Stolze Aktualisiert: 19.08.2021, 17:44
Blick auf die Halle Messe in Bruckdorf
Blick auf die Halle Messe in Bruckdorf Foto: imago images/Steffen Schellhorn

Halle/MZ - Die Stadt hat die Halle Messe GmbH aufgefordert, eine für Mitte Oktober geplante Militaria-Messe abzusagen. In einem der MZ vorliegenden Schreiben an die Geschäftsführung des Unternehmens verweist Bürgermeister Egbert Geier auf den rechtsextremistischen Anschlag auf die hallesche Synagoge vor knapp zwei Jahren.

Damals habe ein Waffennarr und Verfechter der nationalsozialistischen Ideologie das Ziel verfolgt, jüdische Hallenser zu ermorden und sei nur an der stabilen Holztür des Gotteshauses gescheitert. „Vor diesem Hintergrund appelliere ich an Sie, diese Messe nicht in unserer Stadt stattfinden zu lassen“, schreibt Geier. Die Stadt prüfe in Abstimmung mit der Polizei rechtliche Schritte, heißt es aus dem Ratshof.

Die Messe GmbH berief sich auf MZ-Nachfrage darauf, diskriminierungsfrei vermieten zu müssen. „Sollten rechtliche Gründen gegen die Durchführung einer Veranstaltung sprechen, ist es Aufgabe der zuständigen Ordnungsbehörde, eine entsprechende Zulassung zu verweigern“, so Messe-Sprecherin Sarah Burkhardt.

Bei der Messe, die in Halle unter dem Namen Internationale Sammlermesse stattfinden soll, war zuletzt in Kassel als Waffen und Militariabörse veranstaltet worden, als Anziehungspunkt zahlreicher Rechtsextremer aber auf harsche Kritik gestoßen. Der Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke war nach eigener Aussage vor Gericht auch Besucher dieser Messe.