Wo früher der HFC trainiert hat

GWG in Halle (Saale): Vermieter baut neue Wohnungen an der Saale im Böllberger Weg

Halle (Saale) - In diesem Jahr investiert das Neustädter Unternehmen 30 Millionen Euro. Geplant ist ein weiteres Großvorhaben: Neubauten am Böllberger Weg.

Von Silvia Zöller 06.03.2018, 12:31

Die Fläche an der Hildebrandschen Mühle am Böllberger Weg ist eine Brache. Noch: In den kommenden Jahren will die Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien (GWG) hier rund 300 neue Wohnungen bauen. „Wir sind noch ganz am Anfang“, so GWG-Geschäftsführerin Jana Kozyk. Die Gesellschaft hat das Areal gekauft, das von dem ehemaligen HFC-Trainingsplatz bis zum Hildebrandweg/ Altböllberg geht - allerdings ohne die alte Mühle, die einen anderen Eigentümer hat.

Wie die Bebauung direkt an der Saale aussehen wird, steht noch nicht fest. Dazu soll es Architektenwettbewerbe geben, so Jana Kozyk. Fest steht aber bereits, dass ausschließlich Mietwohnungen entstehen, keine Eigentumswohnungen.

Neue Wohnungen an der Saale: Sanierung könnte 2019 starten

Zwischen 2019 und 2025 soll die Sanierung und der Neubau auf dem 4,5 Hektar großen Areal laufen. Mit der Beschlussfassung zu einem Bebauungsplan hat der Stadtrat in der Vorwoche die Voraussetzungen für die Neubebauung gegeben. Neben der Entwicklung des Gebiets für Wohnzwecke sind im B-Plan unter anderem auch die Verlagerung des Saaleradwanderwegs vom Böllberger Weg direkt an das Saaleufer festgeschrieben.

GWG-Pläne in Halle-Neustadt: Noch im Sommer soll der Weidanzhof öffnen

Während die Verwirklichung der Pläne am Böllberger Weg noch eine Zeit brauchen, plant die GWG konkret für dieses Jahr: 30 Millionen Euro sollen in Modernisierung und Instandhaltung investiert werden.

Noch im Sommer soll der Weidanzhof eröffnet werden: Dort, am Gustav-Weidanz-Weg, baut die GWG ein Gebäude um, das früher als Amt für offene Vermögensfragen diente. „Mit einem Partner bieten wir dort zum einen altersgerechtes Wohnen mit Betreuung an, zum anderen auch zwei Wohnungen für Senioren-Wohngruppen“, erläutert Jana Kozyk. „Die Nachfrage gerade an seniorengerechten Wohnungen ist da“, ergänzt sie. 

GWG-Pläne: Seniorenwohnungen in der Trakehner Straße

Deswegen werden in diesem Jahr auch weitere Projekte in Angriff genommen, die für diese Zielgruppe ausgerichtet sind: Für rund fünf Millionen Euro wird in der Trakehner Straße 23 bis 55 zunächst der Mittelteil des langgezogenen Baus abgerissen, so dass zwei Blöcke entstehen. In der einen Hälfte entstehen Seniorenwohnungen, in der anderen Hälfte „Wohnungen für den kleinen Geldbeutel“, so Jana Kozyk.

Seit zwei Jahren steht der Block bereits leer, voraussichtlich ab 2019 wird er nun wieder bewohnt. Weiter werden auch an verschiedenen Häusern der GWG Aufzügen an - beziehungsweise eingebaut - so im Hibiskus- und dem Mustangweg. „Das wird mit Hilfe eines Landesförderprogramm umgesetzt“, erklärt die Geschäftsführerin.

Historisch geringer Leerstand wird für die GWG sogar zum Problem 

Der Abriss ist für die Wohnungsgesellschaft längst passé. Von den ehemals 22.000 Wohnungen der GWG sind nur noch rund 10.000 im Bestand - zum Teil durch Abriss, zum Teil durch Verkauf. „Wir haben heute rund vier Prozent Leerstand, das ist der geringste Wert seit 1999“, sagt Jana Kozyk.

Der geringe Leerstand sei heute zum Teil sogar ein Problem - für Modernisierungen mit veränderten Grundrissen und Balkonanlagen, wie sie etwa in der Azaleenstraße gebe es „Nachfrage ohne Ende“. Die GWG könnte deswegen noch etliche Blöcke nach diesem Vorbild sanieren. Doch dafür fehlt es momentan an leerstehenden Wohnungen.

„Wir haben zurzeit zu viele Dreiraum-Wohnungen und zu wenige Ein- bis Zweiraumwohnungen sowie Fünfraumwohnungen“, fasst Jana Kozyk die Lage zusammen. Wenn die Möglichkeit besteht, legt die GWG zwei Wohnungen zusammen, um größere zu schaffen. Wegen des geringen Leerstands ist das momentan aber nicht leicht. „Wohnungen müssen heute individueller für die Zielgruppen zugeschnitten werden.“ (mz)