„Werden nicht aufhören“

Fall Oury Jalloh: Bekennerschreiben nach brennender Matratze vor Staatsanwaltschaft Halle

Nachdem in der Nacht auf Freitag eine brennende Matratze vor der Staatsanwaltschaft Halle gefunden wurde, ist nun im Internet ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Von Jonas Nayda 07.01.2022, 12:49 • Aktualisiert: 07.01.2022, 13:23
Brennende Matratze vor der Staatsanwaltschaft Halle.
Brennende Matratze vor der Staatsanwaltschaft Halle. Foto: indymedia.org/anonym (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/)

Halle (Saale)/MZ/DPA - Am frühen Freitagmorgen ist auf einer Internetseite ein Bekennerschreiben aufgetaucht, in dem sich die mutmaßlichen Urheber der brennenden Matratze äußern, die in der Nacht vor der Staatsanwaltschaft Halle gefunden wurde. In dem Schreiben heißt es, dass es um eine Erinnerung an den getöteten Oury Jalloh und „alle anderen Opfer der Polizei und des Staates“ gehe.

Die anonymen Verfasser schreiben davon, dass Jalloh gefoltert, ermordet und verbrannt worden sei und dass die Ermittlungen dazu behindert, erschwert und immer wieder verunmöglicht worden seien. „Wir appelieren nicht an die Organe dieses Staates für eine wie auch immer geartete Gerechtigkeit zu sorgen.“

Die Verfasser schreiben, dass sie wüssten, dass auf den Staat und seine Vertreter „kein Verlass“ sei. Mit dem System seien „weder Gerechtigkeit noch Freiheit zu machen“. Man habe deshalb der Staatsanwaltschaft eine Matratze vor die Tür gelegt, die sich „unerklärlicherweise entzündet“ habe.

Auch eine Drohung an die Staatsanwaltschaft ist in dem Bekennerschreiben zu lesen. So steht dort: „Wir werden nicht aufhören gegen euch zu agitieren, euch anzugreifen und an eurer Abschaffung zu arbeiten.“

Die Polizei war in der Nacht auf Freitag gegen 1.40 Uhr zum Eingang des Justizzentrums in der Merseburger Straße gerufen worden. Die Matratze, die dort zuvor von unbekannten Personen abgelegt worden war, war beim Eintreffen der Beamten allerdings schon fast vollständig verbrannt und die Täter verschwunden. Laut Polizeiangaben sollen Zeugen fünf schwarz gekleidete Personen gesehen haben. Die Ermittlungen laufen noch.

Oury Jalloh war ein Mann aus Sierra-Leone, der am 7. Januar 2005 verbrannt in einer Zelle der Dessauer Polizei gefunden wurde. Die Todesumstände sind bis heute ungeklärt. Ein Mord wird nicht ausgeschlossen.