Christian Schmidt

Christian Schmidt : Esperanto nach Plan

Halle (Saale) - Das Kampfsport-Training ging nicht gut aus an diesem Tag: Es endete mit Knöchelbruch und Krankenhaus. Christian Schmidt machte das Beste daraus, er hatte endlich Zeit, seine ersten Wörter auf Esperanto zu lernen. Seitdem der gebürtige Zörbiger im Deutschunterricht zum ersten Mal von der Plansprache gehört hatte, ließ sie ihn nicht mehr ...

Von Sandy Schulze

Das Kampfsport-Training ging nicht gut aus an diesem Tag: Es endete mit Knöchelbruch und Krankenhaus. Christian Schmidt machte das Beste daraus, er hatte endlich Zeit, seine ersten Wörter auf Esperanto zu lernen. Seitdem der gebürtige Zörbiger im Deutschunterricht zum ersten Mal von der Plansprache gehört hatte, ließ sie ihn nicht mehr los.

Nur der entscheidende Anstoß hatte lange gefehlt. Inzwischen spricht der 33-Jährige Esperanto fließend. „In der Schule habe ich mich mit Sprachen unsicher gefühlt,“ sagt Christian Schmidt. „Esperanto habe ich aber sehr schnell gelernt.“

Als der Pole Ludwik Lejzer Zamenhof 1887 die Grundlagen der von ihm geschaffenen Sprache veröffentlichte, hatte er genau das im Sinn gehabt: eine neue, leicht zu erlernende Sprache zu finden, eine Sprache, die der neutralen Verständigung auf der Welt dienen sollte.

Ganz neue Welt

„Ich wage zu bezweifeln, dass sich Esperanto jemals auf großer Ebene durchsetzen wird,“ sagt Christian Schmidt, der für die Havag im IT-Bereich arbeitet. „Für mich hat sich aber eine ganz neue Welt eröffnet.“

Durch seinen Austausch mit Esperanto-Sprechern aus aller Welt ist es mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich, dass ihn eine mexikanische Freundin, die er in in Brasilien kennengelernt hat, zuerst in Halle besucht, bevor sie anschließend gemeinsam zu einem Treffen weiter nach Polen fahren.

„Ich richte meinen Urlaub nach solchen Treffen aus“, sagt Christian Schmidt. Große Veranstaltungen dauern eine Woche, mit Workshops, Diskussionen und viel Raum zum gegenseitigen Kennenlernen.

Neue Vokabeln

Weil die Sprache lebendig ist, wandelt sie sich auch. Neue Vokabeln werden möglichst aus bestehenden Wörtern zusammengesetzt. Als ein Wort für „Handy“ gebraucht wurde, kam „poštelefono“ (gesprochen posch-telefono) heraus, das Taschentelefon. Der Laptop heißt „tekokomputilo“, der Aktentaschen-Computer.

„Was logisch ist, das ist auch richtig“, erklärt Christian Schmidt. „Wenn französische Sprecher auf Esperanto das Adjektiv nach dem Substantiv sprechen, macht das keinen Unterschied zu einem deutschen Sprecher. Esperanto ist in der Reihenfolge flexibel.“

Einmal pro Monat findet in der Goldenen Rose ein Treffen der Esperanto-Jugendgruppe statt. Teilnehmen können Sprecher und Interessierte auf jedem Level. Mehr als Interesse müssen Anfänger nicht mitbringen.

2. vegane Sommerfest

Viel Zeit hat der Hallenser dieser Tage nicht, denn neben Arbeit und Esperanto nimmt er sich die Zeit, das 2. vegane Sommerfest Anfang Juli auf dem Marktplatz zu planen.

Vor fünf Jahren begann er vegan zu leben und war Mitgründer der Gruppe „Vegan in Halle“. Beim Sommerfest sollen mit verschiedenen Aktionen alle Neugierigen angesprochen werden, die ab und an oder komplett auf tierische Produkte verzichten möchten. An verschiedenen Essenständen soll der Genuss im Vordergrund stehen mit Süßem und Herzhaftem: „Oft genug sind Leute mutig und dann gibt es beim Discounter Papp-Tofu und es schmeckt nicht.“ Christian Schmidt und „Vegan in Halle“ wollen beweisen, dass es besser geht. (mz)

Das vegane Sommerfest findet am Samstag, 2. Juli, von 11 bis 19 Uhr auf dem Marktplatz statt. Nächster Esperanto-Treff in der Goldenen Rose am Dienstag, 26. Juli, um 18 Uhr.