Fluss-Spektakel auf der Saale

Bischof Thietmar kommt auf Flussreise wieder nach Halle

HanseVerein will Geschichte mit vielen Erlebnissen lebendig vermitteln.

Von Katja Pausch
Bischof Thietmar kommt wieder
Bischof Thietmar kommt wieder (Foto: Pülicher)

Halle (Saale)/MZ - Thietmar geht auch in diesem Jahr wieder auf große Flussreise. Seit 2015 veranstaltet der Verein Hallische Hanse alljährlich im Juli eine einwöchige Flussreise auf Elbe und Saale, um an das Jubiläum des Dombaus zu Merseburg vor 1.000 Jahren und an den berühmten Bischof Thietmar zu erinnern. Im Schatten von romanischen Kirchen und in unmittelbarer Flussnähe fanden Konzerte, Feste, Theateraufführungen oder Umzüge statt. Und inmitten des bunten Gefolges gewandeter Darsteller war stets die Bischofsmütze des Thietmar zu sehen, unter der sich der Ideengeber, Begründer und Organisator des Projekts, der Hallenser Thomas Kirchhoff verbirgt.

In diesem Jahr nun wird das 1.000. Weihejubiläum des Merseburger Kaiserdoms gefeiert - in der langfristigen Planung des Fluss-Spektakels war dies von Anfang an als szenischer Schlusspunkt gedacht. Und so beginnt die letzte große Fahrt des Merseburger Chronisten und seines Gefolges am Freitag, 23. Juli, in der Landeshauptstadt per Wikingerschiff. Dafür gibt es sogar einen historisch belegbaren Anknüpfungspunkt, da im Jahre 994 Thietmars Onkel Siegfried bei Stade von dänischen Kriegern des Königs Sven Gabelbart entführt wurde und der junge Thietmar sich als Geisel zur Verfügung gestellt hatte.

Empfang bei seiner Ankunft am Saaleufer am Fuße des Giebichensteins

In Alsleben wird der Bischof auf den Kaffenkahn „Askania“ der Halleschen Jugendwerkstatt umsteigen. Nachdem die „Askania“ am 25. Juli am Fuße der Wettiner Burg nach allen Regeln der Kunst überfallen wird, sorgen Schwertkämpfer und Bogenschützen des Thüringer Ritterordens dafür, dass der Bischof zu seiner bevorzugten Residenz, der Burg Giebichenstein weiterreisen kann, wo der Hanse-Verein am Donnerstag, 29. Juli, zu einem Feriengeschichtsfest auf die Oberburg einlädt - Eintritt frei. Kirchenfürst Thietmar würde sich dabei über einen Empfang bei seiner Ankunft um 13 Uhr am Saaleufer am Fuße des Giebichensteins freuen. Mit der Schar geht es dann hinauf auf die Saaleburg, wo zwei Experten von Simplex et Callidus unterhaltsam und erlebnisbetont Geschichte vermittelt werden.

Die jungen Besucher werden sich ins Mittelalter versetzt fühlen und beim Freundschaftsbänderweben, Schnitzen, Bogenschießen und Schwertkampf Spaß haben und zugleich viel Wissen mit nach Hause nehmen. Wer Lust hat, kann bei Kurzgeschichten mitspielen oder Engelstrompete, Dudelsack oder Drehleier Töne entlocken. Unten an der Saale lädt Schiffsknecht Justus von Dölau jedermann zu einer kurzen Flusstour mit der „Askania“ ein. Thietmar bleibt über Nacht und taucht mit seinem Gefolge am Freitag um 15 Uhr an der Böllberger Dorfkirche wieder auf. Hier führen die Darsteller des Hanse-Vereins und Pax Domini gemeinsam das Stück „Die Goldene Mitra“ auf.

Höhepunkt des letzten Reisetages in Halle ist das abendliche Konzert mit dem Leipziger Ensemble für Alte Musik „Nimmersêlich“, das um 18 Uhr auf der Burg Giebichenstein beginnt und Musik aus dem 13. Jahrhundert zu Gehör bringt. Thietmars Flussreise endet am 31. Juli in Merseburg, wo Klaus Adolphi und die Gruppe „Horch“ ein Abschlusskonzert geben werden.