Baustart trotz Protest

Baustart trotz Protest: Waldweg an der Nordspitze wird saniert

Halle (Saale) - Das kleine Schild mit der schwarzen Eule und der Aufschrift Naturschutzgebiet ist nicht mehr das einzige am Wegesrand. Es wird nun flankiert von einem Baustellenschild und einer großen weißen Infotafel, die auf das Bauvorhaben der Stadt Halle in diesem Bereich hinweist: „Wegesanierung Peißnitz Nordspitze“ steht ...

Von Denny Kleindienst

Das kleine Schild mit der schwarzen Eule und der Aufschrift Naturschutzgebiet ist nicht mehr das einzige am Wegesrand. Es wird nun flankiert von einem Baustellenschild und einer großen weißen Infotafel, die auf das Bauvorhaben der Stadt Halle in diesem Bereich hinweist: „Wegesanierung Peißnitz Nordspitze“ steht darauf.

Am Wochenende hatten sich noch rund 50 Freizeitsportler an der Stelle versammelt, die gegen dieses Vorhaben sind. Grünen-Stadtrat Wolfgang Aldag und seine Fraktion hatten zu der Joggingrunde aufgerufen, denn sie würden den Waldweg am liebsten so belassen, wie er ist. Der Wegebau im Naturschutzgebiet auf der Nordspitze ist aus ihrer Sicht ein großer Unsinn.

Online-Petition „Für Umwelt und Gesundheit - Kein Schotter auf der Nordspitze“

Die erst Anfang Oktober gestartete Online-Petition „Für Umwelt und Gesundheit - Kein Schotter auf der Nordspitze“ hat inzwischen schon mehr als 1.200 Unterstützer gefunden. Ziel der Petition war der Stopp des Wegebaus und eine erneute Überprüfung der Maßnahme.

Derweil betont René Rebenstorf, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Umwelt in Halle: „Der Stadtrat hat das beschlossen.“ Und die Stadt setze diesen Beschluss nun um. Das Für und Wider dieser Baumaßnahme sei zudem in einem langen Prozess abgewogen worden. Und auch wenn die Entscheidung im Stadtrat denkbar knapp ausfiel, weil der Versuch, den Wegebau noch abzuwenden, zu einem Patt in der Abstimmung führte, so sei der Einspruch doch abgelehnt worden, wie Rebenstorf erklärt.

Weg bekommt „wassergebundene Decke“ mit sehr kleinen Steinen

Schotter, sagt der Beigeordnete noch, sei für ihn das, was zwischen Bahnschienen liegt. Es sei aber nicht das, was auf den Waldweg kommt. Der Weg bekomme stattdessen eine „wassergebundene Decke“ mit sehr kleinen Steinen. „Feinkörnig“, sagt Rebenstorf und spricht von einer „sehr naturnahen und umweltschonenden Gestaltung“.

Wolfgang Aldag hat bereits am Wochenende angekündigt, den Wegebau genau zu beobachten. (mz)