Bäume in Trotha sterben ab

Bäume in Trotha sterben durch Ringeln ab: Stadt warnt vor Gefahren im Wäldchen

Halle (Saale) - Von Spaziergängen im Trothaer Wäldchen rät die Stadtverwaltung in der nächsten Zeit ab. Dort findet seit Mitte Januar ein umfangreicher Waldumbau statt. Etwa 2.000 Robinien werden durch das sogenannte Ringeln allmählich zum Absterben gebracht. Dabei wurde ein Teil der Rinde abgeschabt, so dass die Versorgungsbahnen des Baumes durchtrennt sind. Als Folge können Äste der Bäume abbrechen und herunterfallen. Der Prozess des Absterbens kann sich bis zu drei Jahre ...

Von Tanja Goldbecher 21.02.2019, 08:14

Von Spaziergängen im Trothaer Wäldchen rät die Stadtverwaltung in der nächsten Zeit ab. Dort findet seit Mitte Januar ein umfangreicher Waldumbau statt. Etwa 2.000 Robinien werden durch das sogenannte Ringeln allmählich zum Absterben gebracht. Dabei wurde ein Teil der Rinde abgeschabt, so dass die Versorgungsbahnen des Baumes durchtrennt sind. Als Folge können Äste der Bäume abbrechen und herunterfallen. Der Prozess des Absterbens kann sich bis zu drei Jahre hinziehen.

„Die Ringelung der Robinien wird in den nächsten Jahren den Anteil an Totholz erhöhen“, sagt Stadtsprecher Drago Bock. Es sei geplant, die Bäume erst zu fällen, nachdem sie abgestorben sind. „Dafür sind regelmäßige Baumschauen vorgesehen“, fügt der Sprecher hinzu. Die Stadtverwaltung will außerdem Sperr- und Hinweistafeln aufstellen. Diese sollen Anwohner und Spaziergänger auf den Waldumbau sowie mögliche Gefahren in dem Wäldchen aufmerksam machen. Dazu laufen derzeit noch Abstimmungen mit der Deutschen Bahn.

Bahn führt den Waldumbau in Halle-Trotha im Auftrag der Stadtverwaltung durch

Die Bahn führt den Waldumbau im Auftrag der Stadtverwaltung durch. Es handelt sich um eine Ausgleichsmaßnahme für die entfernten Sträucher und Grünflächen entlang des neuen Rangierbahnhofs. Bereits vor zehn Jahren wurde in den Bauplänen festgelegt, dass die Bahn den Robinienwald in einen Eichenwald umwandeln soll. Das Umweltamt will das kleine Waldstück damit aufwerten. Denn Eichen seien für die Tier- und Pflanzenwelt ökologisch wertvoller als die nichtheimischen Robinien. Um den Eichen genug Licht und Platz zum Wachsen zu geben, sollen neben den 2.000 Robinien in diesem Herbst auch 250 Pappeln verschwinden.

Der Waldumbau hat unter Anwohnern, Umweltverbänden und Stadtpolitikern Proteste ausgelöst. Sie empfinden den Waldumbau in Trotha als unnötig. Kritisiert wird zudem, dass Bäume in dieser Größenordnung mit Blick auf die vergangene Hitzeperiode gefällt werden. Außerdem hätten weder die Stadt noch die Bahn über die Maßnahme ausreichend im Vorfeld informiert. (mz)