„Wir wertschätzen Ihre Arbeit sehr“

Synagogenverein in Eisleben erhält Sylten-Preis

Von Jörg Müller
Regionalbischof Christoph Hackbeil (l.) und Vereinsvorsitzender Rüdiger Seidel in der Synagoge
Regionalbischof Christoph Hackbeil (l.) und Vereinsvorsitzender Rüdiger Seidel in der Synagoge (Foto: Jürgen Lukaschek)

Eisleben/MZ - Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat den Verein Eisleber Synagoge mit dem Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog ausgezeichnet. In dem ehemaligen jüdischen Gotteshaus in der Lutherstraße überreichte Regionalbischof Christoph Hackbeil als Vertreter der EKM die Urkunde an den Vereinsvorsitzenden Rüdiger Seidel.

„Wir wertschätzen Ihre Arbeit sehr“, sagte Hackbeil. Der 2001 gegründete Verein setze sich für die Erforschung und Vermittlung der jüdischen Geschichte in der Region ein. Mit der Verlegung der Stolpersteine werde an die in der Nazizeit verfolgten und ermordeten Eisleber Juden erinnert. Zudem werden Ausstellungen und Schülerprojekte organisiert. Die ehemalige Synagoge soll saniert und als Begegnungs- und Veranstaltungsstätte genutzt werden. Der Verein, der eng vernetzt mit der Kirchengemeinde arbeite, setze sich auch mit der „dunklen Seite der evangelischen Kirche“ auseinander, so Hackbeil mit Blick auf Luthers Antijudaismus.

Der Verein erhält den mit 500 Euro dotierten Zweiten Preis. Erste Preisträger sind das Domgymnasium Merseburg und die Evangelische Regelschule Gotha. Der Preis ist nach dem evangelischen Theologen Werner Sylten benannt, der 1936 wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem Pfarrdienst entlassen und 1942 von den Nazis ermordet wurde.