Nonnental-Teich bei Holzzelle

Nonnental-Teich bei Holzzelle: Angler aus Eisleben packen an

Holzzelle - Rund 30 Mitglieder der Angelsportgemeinschaft Eisleben trafen sich Samstagmorgen am Nonnental-Teich bei Holzzelle - und keiner von ihnen hatte eine Angel mit.

Von Wladimir Kleschtschow

Rund 30 Mitglieder der Angelsportgemeinschaft Eisleben trafen sich Samstagmorgen am Nonnental-Teich bei Holzzelle - und keiner von ihnen hatte eine Angel mit.

Diesmal ging es den Petrijüngern aus Ahlsdorf, Helbra, Seeburg, Volkstedt, Röblingen, Stedten und Wansleben um einen Arbeitseinsatz. Der kleine Teich, der romantisch in einer Waldsenke liegt, gehört dem Forstamt Süd.

Längere Zeit war das Gewässer sich selbst überlassen. Der Damm wurde undicht, der Teich verschlammte zusehends und würde wahrscheinlich schon bald versumpfen.

Nun kommt die Rettung. Die Angelsportgemeinschaft Eisleben hat das Gewässer zu Beginn dieses Jahres gepachtet. Und bevor hier die Angeln ausgeworfen werden, wollen die Angler erst einmal den Teich gründlich sanieren.

Das war einer der vielen Arbeitseinsätze, die die Mitglieder jedes Jahr absolvieren. „Eigentlich sind bei uns jährlich acht Arbeitsstunden für jedes Mitglied Pflicht“, sagt Werner Albus, Gewässerwart der Vereins. „Doch die meisten machen freiwillig 15 bis 20 Stunden.“

Schon zweites Projekt der fleißigen Helfer

In diesem Jahr wurde schon an einem Teich in Bischofrode gearbeitet. Nun ist der Nonnental-Teich dran. Schon beim ersten Blick wird klar, wie viel es hier zu tun gibt.

„Am besten fangen wir gleich bei dem Damm an. Hier muss erst einmal der Dreck weg“, koordiniert Albus. Und steigt in den Schlamm am Damm, um einige Steine, die im Wege liegen, wegzuräumen. „Werner, pass auf, du kriegst das Wasser in die Stiefel“, ruft jemand. „Die sind schon voll“, winkt Albus ab.

Die Natur hat gemeinerweise zusätzlich dafür gesorgt, dass die Angler bei ihrem Einsatz genug zu tun haben. Bei einem Sturm im Juli 2015 wütete der Wind mit unvorstellbarer Kraft in dem den Teich umgebenden Wald.

Riesige Eichen und Buchen wurden wie Streichhölzer gebrochen oder entwurzelt. Einige Bäume - zum Glück nicht allzu dicke - fielen ins Wasser.

Also haben die Angler wohlweislich einige Kettensägen mit. Während zwei Gruppen damit am Ufer agieren und die Bäume Stück für Stück aus dem Teich ziehen, steigt Jörg Hesse in ein Schlauchboot.

So kommt er besser an angefaultes Holz ran, der zu weit von Ufer entfernt im Wasser liegt. Plötzlich hält Hesse etwas in der Hand, was die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zieht.

Ein Stück Angelschnur mit Blei und Drillingshaken dran. „Ein verbotenes Angelgerät “, stellt Hesse fest. Offenbar hat hier jemand schwarz geangelt, der Haken setzte sich dabei im Holz fest und die Sehne riss ab.

„Ja, hier gibt es noch Fische, sogar einige Kapitale“, sagt einer aus der Truppe. Und hält seine Hände weit auseinander - die berühmte Geste aller Angler.

Auch Wanderer wird's freuen

Es ist am Teich aber noch viel zu tun, damit das Gewässer zu einem Angelparadies wird. „Bei dem einen Arbeitseinsatz bleibt es nicht“, sagt Dieter Krüger, Vorsitzender der Angelgemeinschaft.“

Ein nagelneues Schild verkündet bereits, dass der Teich vom Anglerverein Bischofrode betreut wird, der zur Angelsportgemeinschaft Eisleben gehört. Über die Sanierung des Teiches freuen werden sich auch Nicht-Angler: In der Nähe verläuft ein Wanderweg.

Der Angelsportgemeinschaft Eisleben mit insgesamt über 600 Mitgliedern gehören 13 Angelvereine aus Mansfeld-Südharz an. Sie pflegen 20 Verbandsgewässer. (mz)