Eisleber Edeka-Markt ist insolvent

Eisleber Edeka-Markt ist insolvent: Nun schließt auch die Bäckerei-Filiale

Eisleben - Das Eisleber Einkaufszentrum Gerbstedter Chaussee steht vor ungewisser Zukunft.

Von Jörg Müller 01.02.2018, 11:20

Im Edeka-Markt in der Gerbstedter Chaussee in Eisleben gehen langsam die Lichter aus. Für den von Grit Steinemann betriebenen Markt ist im Januar ein Insolvenzverfahren beantragt worden. Derzeit läuft noch ein kleiner Räumungsverkauf. Am 1. Februar schließt auch die Filiale der Schäfer’s-Bäckerei. Was aus dem Gebäude wird, dazu gibt es bislang keine Informationen. Die Betreiberin wollte sich gegenüber der MZ nicht äußern.

Horst Tetzel kritisierte, dass nach der Kaufhalle in der Thälmann-Siedlung nun der nächste Supermarkt schließe. „Der Edeka war gerade für Ältere sehr schön“, so Tetzel, der für die Fraktion Die Linke im Stadtrat sitzt. Er weist vor allem darauf hin, dass es der einzige Lebensmittel-Laden in Eisleben mit einem Lieferservice gewesen sei.

Der Netto-Markt in der Magdeburger Straße sei auch kein Ersatz für Edeka, weil der Weg dorthin für ältere Leute ohne Auto zu weit sei. „Ich frage mich nun, was die Stadt macht, um die Versorgung der alternden Bevölkerung zu gewährleisten?“, so Tetzel.

Oberbürgermeisterin bedauert Schließung des Edeka-Marktes in Eisleben

Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) sagte, sie bedauere die Schließung des Edeka-Marktes. „Die Nachricht hat mich sehr berührt“, so Fischer. Sie denke dabei an die betroffenen Menschen und an die Arbeitsplätze. Was die Ursache für die Schließung sei, könne aber nur im Unternehmen selbst geklärt werden.

Die Oberbürgermeisterin erinnerte an die vor Jahren geplante Erweiterung und Modernisierung des Einkaufszentrums Gerbstedter Chaussee. Sowohl die Verwaltung als auch der Stadtrat hätten damals alle notwendigen Beschlüsse gefasst. 2013 hatten die Verwalter der Immobilie, die einer Eigentümergesellschaft gehörte, das Projekt vorgestellt. Für Aldi und Edeka sollten neue größere Märkte gebaut werden. Hintergrund: Alle Supermarkt-Ketten in Deutschland setzen seit einigen Jahren auf größere Verkaufsflächen.

Vor einigen Jahren gab es sogar Erweiterungspläne für das Einkaufszentrum Gerbstedter Chaussee

Im Fall eines Neubaus habe der Textil-Anbieter Kik Interesse, in den bisherigen Aldi zu ziehen, so die damaligen Pläne. Für die anderen Geschäfte, wie die Apotheke, werde sich nichts ändern. Die Parkplatz-Anlage solle komplett überarbeitet werden. Unter anderem war der Bau einer weiteren Zufahrt von der Magdeburger Straße aus geplant. Insgesamt sollten bis zu fünf Millionen Euro investiert werden.

Der Eisleber Stadtrat stimmte im September 2013 der Aufstellung eines Bebauungsplans zu. Zwar wurden damals auch Bedenken gegen eine Vergrößerung der Verkaufsflächen laut. Allerdings deuteten die Eigentümer an, dass sich Aldi und Edeka ganz zurückziehen könnten, falls die Erweiterung abgelehnt würde.

Nach dem Stadtratsbeschluss 2013 tat sich nichts mehr - die Umbaupläne lagen auf Eis

Nach dem Stadtratsbeschluss tat sich dann aber nichts mehr. Laut Maik Knothe, Sprecher der Stadtverwaltung, habe es im Mai 2014 einen Investorenwechsel gegeben. Im Januar 2016 habe die Planerin des Investors der Stadt mitgeteilt, dass Verhandlungen zu weiteren Grundstücksankäufen geführt würden.

„Im Juli 2016 gab es ein letztes Gespräch mit dem Investor“, so Knothe. „Er teilte mit, dass die Eigentumsverhältnisse erst geklärt werden müssen. Danach werde der Investor wieder auf die Stadt zukommen, um das Bebauungsplan-Verfahren fortzusetzen.“

Wie Fachbereichsleiter Michael Richter am Dienstag sagte, sei für Februar ein Gespräch mit dem Verwalter geplant, wie es mit der Entwicklung des Gebiets weiter gehen solle. (mz)