Wo soll er hin?

Diskussion in Eisleben um die Zukunft des Einbaumes im Stadtarchiv

Aufgrund seines Zustandes sollte der Einbaum, der momentan im Stadtarchiv steht, höchstens noch einmal bewegt werden. Der neue Standort muss daher wohl überlegt sein.

Von Jörg Müller 13.05.2022, 13:30
Der mittelalterliche Einbaum wurde 1894 gefunden.
Der mittelalterliche Einbaum wurde 1894 gefunden. (Foto: Lukaschek)

Eisleben/MZ - Der historische Einbaum aus dem Salzigen See sollte vorerst an seinem jetzigen Standort - dem Stadtarchiv am Andreaskirchplatz - verbleiben. Das ist das Fazit eines Vor-Ort-Termins des Stadtentwicklungsausschusses. Eine Verlagerung sei nicht sinnvoll, so lange es keine vernünftige Idee gebe, wo und wie das Exponat künftig präsentiert werden solle, so Ausschussvorsitzender Andreas Gräbe (CDU/FDP-Fraktion). „Es gibt erst mal keine Alternative zu dem jetzigen Standort.“

Diskussion um die Zukunft des Einbaums

Der rund sechs Meter lange Einbaum aus dem 12. Jahrhundert, der 1894 nach dem Trockenlegen des Sees bei Wansleben gefunden wurde, ist eines der bedeutendsten Exponate der Regionalgeschichtlichen Sammlungen der Lutherstadt.

Seit der Schließung des Heimatmuseums 2007 wird der Einbaum im Erdgeschoss des Stadtarchivs aufbewahrt - als Teil einer kleinen Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte des Mansfelder Landes. Weil die Stadt kürzlich dringenden Platzbedarf für das Archiv angemeldet hatte, wurde eine Diskussion über einen neuen Standort für den Einbaum und die Ausstellung angestoßen.

Wobei Fachbereichsleiter Sven Kassik bei dem Ortstermin erklärte, dass die Exponate auch an dem jetzigen Platz bleiben könnten.

Zustand macht nur noch einen Transport möglich

Das Gebäude sei 1992/93 teilsaniert und statisch ertüchtigt worden, so Kassik. Unter anderem müssten die Fenster und die Heizung erneuert werden. Die Wände seien zum Teil durchfeuchtet. Das gleichbleibende Klima habe dem Einbaum aber nicht geschadet, so Stabsstellenleiterin Daniela Messerschmidt.

Er sei vor Eröffnung der Ausstellung konserviert worden. Viel problematischer seien Transporte. Aufgrund seines Zustandes sollte er nur noch höchstens einmal bewegt werden. Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass der Einbaum und die anderen Exponate der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten. „Wir könnten in Eisleben 5.000 Jahre Geschichte darstellen“, sagte Andreas Dümmler (AfD-Fraktion).

„Wir wuchern nicht mit unseren Pfunden.“ Jörg Galster, sachkundiger Einwohner im Ausschuss, meinte, dass es sich anbieten würde, die archäologischen Exponate mit der Königspfalz Helfta zusammenzuführen, nach deren Überresten seit dem vergangenen Jahr gegraben wird. Dümmler sprach sich dafür aus, nicht abzuwarten, sondern selbst eine Konzeption zu entwickeln und alle Leute, die daran Interesse haben, einzubeziehen.

Region soll attraktiver werden

Gräbe möchte dafür den Stammtisch nutzen, zu dem sich Ausschussmitglieder in loser Folge treffen. Dort werden unabhängig von Sitzungsterminen Ideen diskutiert. „Wir wollen die Region attraktiver machen“, sagte Gräbe.

„So eine Ausstellung wäre wichtig, um bei der Jugend ein Heimatgefühl zu wecken.“ Er erinnere sich noch sehr gern daran, wie er früher das Heimatmuseum besucht habe. Das konnte auch Hans Köhler (Fraktion Die Linke) nur bestätigen. „Ich sehe den Einbaum jetzt nach längerer Zeit wieder. Er beeindruckt mich sehr.“ Auch Köhler favorisierte die Variante, den Einbaum in dem Raum im Stadtarchiv zu belassen.