Zweieinhalb Wochen freigestellt

Zwei Urologen aus Dessau helfen bei Hilfsaktion in Afrika

Zwei Ärzte vom Städtischen Klinikum in Dessau wollen im Herbst die Not in Ghana lindern. Von ihrem Arbeitgeber werden sie dabei unterstützt.

13.08.2022, 14:00
Wollen im September ehrenamtlich in Ghana helfen:  Christoph Fessel (l.) und  Christian Martenstein.
Wollen im September ehrenamtlich in Ghana helfen: Christoph Fessel (l.) und Christian Martenstein. (Foto: SKD)

Dessau/MZ - Zwei Ärzte aus dem Städtischen Klinikum Dessau brechen im September zu einer humanitären Hilfsaktion ins afrikanische Land Ghana auf.

Die beiden Urologen Oberarzt Dr. med. Christian Martenstein und Physician Assistant M.Sc. Christoph Fessel werden zweieinhalb Wochen mit Unterstützung von Chefärztin Dr. med. Diana Standhaft und des Städtischen Klinikums, das die beiden Kollegen für diese Zeit freistellt, in der Stadt Kpando vor Ort helfen, den operativ-urologischen Grundbedarf zu decken. Da hat die Klinik am Donnerstag bekanntgegeben.

Seit der Gründung im Jahr 2007 führten die Mediziner von „Ärzte für Afrika“ mehr als 6.000 Operationen in Ghana durch

Ghana hat 28 Millionen Einwohner, darunter allerdings lediglich 40 Urologen. Ein klarer Fall von Unterversorgung, so die Klinik. Der Verein „Die Ärzte für Afrika“ schickt daher jedes Jahr Urologen und medizinisches Fachpersonal aus Deutschland für Kurzeinsätze in den Westen Afrikas. Die beiden Ärzte, die im September nach Afrika fliegen, sind die ersten aus Dessau im Rahmen der Hilfsaktion.

Seit der Gründung im Jahr 2007 führten die Mediziner von „Ärzte für Afrika“ mehr als 6.000 Operationen in Ghana durch - zehn bis 15 Prozent der Eingriffe entfielen auf Kinder. Falls nötig bringen sie auch das Equipment mit. Die Einsätze der deutschen Ärzte werden über Radio und Aushänge bekannt gemacht. Wie groß der Bedarf ist, zeigt, dass bis zu 150 Patienten in die sogenannte Screening-Sprechstunde am Anfang des Einsatzes kommen und sich vorstellen.

Insgesamt sind für dieses Jahr 13 Einsätze von Urologen-Teams geplant

Insgesamt sind für dieses Jahr 13 Einsätze von Urologen-Teams mit insgesamt 55 Mitgliedern geplant. Das hat seinen Preis. 55.000 Euro sind dafür eingeplant, hinzukommen weitere 20.000 Euro für neue Instrumente. Die Organisation finanziert sich vorrangig über Spenden und Mitgliedsbeiträge.

PA Christoph Fessel und Dr. Martenstein, für die es der erste Einsatz dieser Art ist, freuen sich schon jetzt darauf. „Wir helfen nicht nur den Patienten, für die es oftmals keine Behandlungsalternative gibt. Auch wir werden profitieren und unseren Horizont - menschlich wie fachlich - erweitern. Wir dürfen nicht vergessen wie hoch der Standard im deutschen Gesundheitswesen ist. Dafür sollten wir dankbar sein“, heißt es in der Pressemitteilung.