„Wir wollten gerade abbauen“

„Wir wollten gerade abbauen“: Forschern geht erster Lachs an neuer Fischtreppe in Dessau ins Netz

Dessau - „Heute Morgen hatten wir den ersten Muldelachs in unserer Reuse“, freut sich Biologe Falko Wagner, „eigentlich waren wir heute nur hergekommen, um abzubauen“.

Von Frank Krause 22.11.2019, 10:57

„Heute Morgen hatten wir den ersten Muldelachs in unserer Reuse“, freut sich Biologe Falko Wagner, „eigentlich waren wir heute nur hergekommen, um abzubauen“.

Doch die Freude ist groß, über 18 Wochen lang hatten die Forscher vom Institut für Gewässerökologie & Fischereibiologie Jena und vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LAW) alle Fische, die die neue Dessauer Fischtreppe passieren gefangen und protokolliert. „Wir haben neben dem Lachs rund 36.000 Fische fangen können“, freut sich Wagner weiter.

Rund um die Uhr waren die Forscher vor Ort und haben zweimal pro Tag die Reuse geleert und dabei alle Fische protokolliert.

Der Lachs ist etwas ganz besonderes für die Region Dessau

Doch der Lachs ist etwas ganz besonderes. Das Weibchen war etwa fünf Jahre alt und nach zwei Jahren im Meer auf dem Weg zurück zum Laichen gekommen. Das Tier wurde am Freitagmorgen vermessen und anschließend wieder ausgesetzt.

In der Region Dessau waren in den Jahren 1642/43 fast 5.000 Lachse aus der Mulde gefischt worden sein. Mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert verschwanden sie jedoch, bis sie völlig verschwunden waren. Mit dem Bau der Aufstiegsanlage am Muldewehr können die Fische wieder barrierefrei zum Laichen. (mz)