„Koch Dich fit“

Warum Professor Froböse zum Kochen in Dessau war und welche Ratschläge er in Sachen Diäten gibt

Von Thomas Steinberg 15.10.2021, 17:27 • Aktualisiert: 15.10.2021, 17:48
„Koch Dich fit“ - unter diesem Motto hat die Krankenkasse DAK den Radio-Jounalisten Helmut Gote (l.) an den Herd im Golfpark gestellt.
„Koch Dich fit“ - unter diesem Motto hat die Krankenkasse DAK den Radio-Jounalisten Helmut Gote (l.) an den Herd im Golfpark gestellt. Foto: Thomas Steinberg

Dessau/MZ - Wenn es um Fragen von Fitness geht, ist Ingo Froböse, Professor an der Sporthochschule Köln, der, den viele Journalisten ebenso reflexhaft kontaktieren wie Ferdinand Dudenhöffer bei Fragen zum Auto. Und so hat Helmut Gote recht, wenn er die Kochschürze umgebunden vor 120 Gästen im Golfpark feststellt: „Diesen Mann werden Sie kennen aus Funk und Fernsehen und ich weiß nicht, wo er sonst noch überall auftritt.“

Nun, zum Beispiel mit Gote zu einer von der DAK-Krankenkasse organisierten Show mit dem Titel „Koch dich fit“. Gote kennt man in diesem Landstrich vermutlich weniger - er ist Radiojournalist beim Westdeutschen Rundfunk (WDR), „leider kein Chefkoch, aber der kleine Siebeck.“ Wolfram Siebeck, das war der legendäre Gastro-Kritiker der „Zeit“, der jedoch nie zu schätzen wusste, was Gote zu preisen weiß: Eine ordentliche Bratwurst vom Grill.

Fast zwei Stunden stehen Gote und Froböse auf der Bühne im großen Saal des Golfparks. Ihr Auftritt ist selbstbewusst zurückhaltend, man kumpelt nicht mit dem Publikum, siezt sich und nur dezent klingt im oft erprobten Dialog der beiden dezent rheinisches Gefrotzel durch, etwa wenn Gote konsequent „der Herr Professor“ sagt.

Die Rollen sind klar verteilt: Froböse liefert, leicht verdaulich aufbereitet, den wissenschaftlichen Hintergrund zu Ernährung: Proteine, Fette, Kohlehydrate - alles wichtig. Drei Mal am Tag essen, keine Zwischenmahlzeiten. Mit Sport nimmt man nicht ab, jedenfalls nicht direkt. Und warum Diäten fast nie nützen, sondern schaden.

Ingo Froböse moderierte die Kochshow.
Ingo Froböse moderierte die Kochshow.
Foto: Thomas Steinberg

Gote derweil werkelt am Küchentisch still vor sich hin. Eigentlich mag er keine Kochshows, jedenfalls keine im Fernsehen, wo alles laut und sensationell zugehen muss. Die beiden Gerichte, eines mit Linsen, eines mit Lammfleisch, sind simpel, nur muss - Corona, Corona - die übliche Verkostung durch eine Handvoll Gäste ausfallen. So fehlt dem Kochen das sinnliche Element, der Duft der Gerichte verflüchtigt sich im Raum.

Gote macht aus dem Kochen keine Wissenschaft - und etwas, wofür jeder Zeit habe. Dreieinhalb Stunden, so rechnet er vor, vertrödelt der Durchschnittsdeutsche täglich mit digitalen Medien und Fernsehen, da soll ihm niemand erzählen, dass das alles sinnvoll verbrachte Zeit sei, von der man nicht ein Stunde fürs Kochen abzwacken könne. Gote hält auch keine möglichst exotischen und teueren Zutaten für erforderlich. Kulinarisch betrachtet gibt es für ihn keinen Unterschied zwischen Zwiebel und Filetsteak, außer dass man mit der Zwiebel viel, viel mehr anfangen könne.

Gegen Ende der Show werden zwei Gote-Kochbücher verlost, eines gewinnt die elfjährige Aluna Klein. Eine Elfjährige bei einer Kochshow von zwei Männern kurz vor der Rente? Ja, sagt sie, das war cool, Leuten zuzuhören, die wirklich Ahnung haben vom gesunden Kochen und nicht nur meinen, wenn man einen Salat esse, sei alles gut.