Visionen für den Schloßplatz

Visionen für den Schloßplatz in Dessau: Grüne fordern Gesamtkonzept zur Aufwertung des Platzes

Dessau - Die Investorensuche für das Hotelprojekt am Schloßplatz steht vor dem Abschluss. Nun werden neue Forderungen nach einem Konzept laut, um das Areal an der Marienkirche insgesamt aufzuwerten.

Von Lisa Garn

Die Investorensuche für das Hotelprojekt am Schloßplatz steht vor dem Abschluss. Nun werden neue Forderungen nach einem Konzept laut, um das Areal an der Marienkirche insgesamt aufzuwerten.

„Es bietet sich jetzt die Chance, diesen Ort neu zu ordnen. Er hat es verdient, dass größer gedacht wird“, sagte Stadtrat Thomas Busch beim Stammtisch des Stadtverbandes Bündnis 90/Grüne am Donnerstagabend. Im Ratskeller ging es um Optionen für den zentralen Platz in Dessaus Innenstadt und die Folgen für das Areal, wenn dort ein Hotel entsteht. Gefordert wird ein Gesamtkonzept für die Gestaltung am Schloßplatz.

Auf dem Gelände der früheren Berufsschule soll ein Hotel mit Gastronomie entstehen. Die Stadt hatte dafür Investoren gesucht, die bis Ende Oktober ihre Angebote abgeben konnten. Laut Busch wird im Januar im Ausschuss nicht öffentlich über die Bewerberauswahl diskutiert.

Die derzeitige Bebauung am Schloßplatz sei nicht gerade attraktiv

Teil der Konzepte sei auch, einen Teil der Berufsschule stehen zu lassen. Das betrifft den Bereich, in dem sich derzeit Depoträume befinden. „Der Platz ist so bedeutend, da kann man nicht einen hohlen Zahn stehen lassen.“

Mit dem Hotelbau ergäben sich zwangsläufig Überlegungen, wie der Rest des Platzes gestaltet werden soll, sagt Grünen-Stadtrat André Schlecht-Pesé. „Wie er ist, kann er nicht bleiben.“ Die derzeitige Bebauung sei nicht gerade attraktiv. „Die beiden Plattenbauten der DWG am Schloßplatz 1 und 2 sind sehr dominant. Auch das privat vermietete Gewerbeobjekt neben dem Johannbau muss betrachtet werden.“ Andere Fragen seien, ob die im Krieg zerstörten „Buden“ an der Marienkirche wieder aufgebaut werden und das Schloss in seiner ursprünglichen Kubatur wieder entstehen kann.

„Die Historie der Stadt ist deutlich unterrepräsentiert, gefühlt gibt es nur noch Bauhaus“

Für eine Neuordnung der Museumslandschaft spricht sich Busch aus. So könne das Stadtgeschichtliche Museum im Johannbau ins Naturkundemuseum ziehen. „Wenn Touristen das Bauhausmuseum an der Kavalierstraße besuchen, interessieren sie sich eher für Stadtgeschichte als für Naturkunde.“ Das Naturkundemuseum zöge ins Mausoleum im Tierpark - so schlägt es auch die noch nicht beschlossene Kulturentwicklungsplanung vor. Im Johannbau, so Busch, könne ein Welterbezentrum untergebracht werden. Derzeit ist dieses Zentrum allerdings für Wörlitz geplant.

Es müsse ein Impuls gesetzt werden, sagte Kerstin Franz am Donnerstag im Ratskeller. „Die Leute sehnen sich nach einer Wiederherstellung eines Stücks vom alten Dessau. Die Historie der Stadt ist deutlich unterrepräsentiert, gefühlt gibt es nur noch Bauhaus.“

Es seien Visionen nötig für Dessau-Roßlau nötig

Franz hatte die Idee der „Muldterrassen“ entworfen, mit der der Stadteingang Ost völlig neu gestaltet werden würde. Teil der Vision für den Bereich zwischen Mulde und Marienkirche ist auch ein Wiederaufbau des Schlosses, in dem ein Hotel eröffnen soll. „Es wäre jetzt die Chance, der Stadt ein Stück Identität zurück zu geben.“

Über die Ansätze müsse diskutiert werden, es seien Visionen nötig, sagt Busch. Er ist sich sicher: „Wenn gute Ideen entwickelt werden, gibt es auch öffentliches und privates Geld dafür.“ Busch schlägt einen städtebaulichen Ideenwettbewerb vor, den das Stadtplanungsamt vorbereiten müsse. „Wir beraten jetzt in der Fraktion, ob wir dafür eine Beschlussvorlage auf den Weg bringen.“ (mz)