Nach Kontrolle in Regionalexpress bei Dessau

Schwiegermutter in spe bewahrt 26-Jährigen vor dem Gang ins Gefängnis

Ein Regionalexpress.
Ein Regionalexpress. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Dessau/Wolfen/MZ - - Die Schwiegermutter in spe hat am Dienstag einen 26-jährigen Mann vor dem Gang ins Gefängnis bewahrt.

Eine Streife des Bundespolizeireviers hatte gegen 15.15 Uhr in einem Regionalexpress von Dessau-Roßlau nach Bitterfeld auf Höhe Wolfen einen 26-Jährigen kontrolliert und dessen Personalien festgestellt. Ein Abgleich der Daten mit dem polizeilichen Fahndungssystem ergab, dass der Deutsche bereits seit März 2020 von der Staatsanwaltschaft Braunschweig per Haftbefehl gesucht wurde.

Grundlage hierfür war eine Verurteilung des Mannes im Februar 2019 vom Amtsgericht Braunschweig wegen Drogenbesitzes. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe von 600 Euro oder 40 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt. Da er die Geldstrafe nicht vollständig beglichen hatte und unbekannten Aufenthaltes war, erging der Haftbefehl über eine zehntägige Ersatzfreiheitsstrafe, der er aber durch eine sofortige Zahlung von insgesamt 223,50 Euro entgehen konnte.

Die Bundespolizisten eröffneten dem 26-Jährigen den Haftbefehl. Da der Mann die geforderte Summe nicht aufbringen konnte, wurde er festgenommen und für weitere polizeiliche Maßnahmen zum Bundespolizeirevier Dessau gebracht. Von dort aus informierte er seine Freundin über die Festnahme. Ihre Mutter war bereit, die offene Forderung sofort auf der Polizeidienststelle Bischofswerda zu begleichen und somit ihrem Schwiegersohn in spe den Weg ins Gefängnis zu ersparen. Nach Eingang der Zahlung konnte der Mann die Dienststelle gegen 18.15 Uhr wieder verlassen.