Kultur

Neues Leben im alten Puppentheater: Freimaurer in Dessau laden zu „Kultur im Logenhaus“ ein

Corona hat Angebot um ein Jahr verschoben: Vom 3. November bis 1. Dezember soll es Lesungen, Vorträge und Theater geben, bei denen Heine, Marx, Kästner und auch Lyrik eine Rolle spielen.

Von Heidi Thiemann 27.09.2021, 16:00
Den Auftakt für  ?Kultur im Logenhaus? sollte es schon im vergangenen Jahr geben. Nun wagen  Uwe Dorand (rechts), Lyriker  Frank Richter und die anderen Mitwirkenden  einen neuen Anlauf.
Den Auftakt für ?Kultur im Logenhaus? sollte es schon im vergangenen Jahr geben. Nun wagen Uwe Dorand (rechts), Lyriker Frank Richter und die anderen Mitwirkenden einen neuen Anlauf. Foto: Thomas Ruttke

Dessau/MZ - Der Plan wurde vor Jahresfrist geschmiedet, die Termine waren alle klar. Aber dann kam die Pandemie und drückte auf die Bremse. „Doch nun wagen wir einen neuen Anlauf“, sagt Uwe Dorand, der als Meister vom Stuhl der Freimaurerloge „Zu den drei Säulen“ in der Johannisstraße vorsteht. Das Haus in der Dessauer Ferdinand-von-Schill-Straße 7 schickt sich an, zu einem Haus der Begegnung zu werden.

Die Loge will anknüpfen an Zeiten, als hier viele Jahre lang das Puppentheater heimisch war. Kleinkunst soll im Saal nun eine Bühne bekommen. Und jetzt soll es endlich losgehen mit „Kultur im Logenhaus“.

Zum Auftakt sind vier Veranstaltungen geplant

„Das Programm steht“, sagt Dorand. Die vier im vergangenen Jahr geplanten Abende finden nun eben zeitversetzt zwölf Monate später statt - vom 3. November bis 1. Dezember. Den Auftakt gestaltet Jens Oberheide, 1. Vorsitzender von Pegasus, dem freimaurerischen Verein für Kunst, Kultur und Kommunikation und ehemals Großmeister (Bundesvorsitzender) bei den Freimaurern, mit einem Vortrag zum Thema „Heine, Marx und Maurerei“. Frank Richter und Stephan Mörs präsentieren am 10. November „Lyrische Bouquets aus dem Glas des Lebens“, bevor eine Woche später, am 17. November, „Poetica in tempore“ im Saal der Loge einen Erich-Kästner-Abend gestalten wird.

Am 1. Dezember wird schließlich Cornelius Rinne mit „Kritischer Brief an Frau Ludendorff“ die vierteilige Reihe beenden. Begleitet wird der kulturelle Herbst im Logenhaus von der Ausstellung „Der große Baumeister“. Mehrere Künstler, so Dorand, werden dazu ihre Bilder zur Verfügung stellen.

Karten vorzubestellen, wird empfohlen

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr. Karten vorzubestellen sei empfohlen, sagt Dorand, denn die Plätze sind begrenzt. Eintritt wird nicht erhoben, aber um eine Spende gebeten, der dem Verein „Stark gegen Krebs“ für das Kinderhospiz in Leipzig zur Verfügung gestellt werden soll.

„Wir hoffen, dass es diesmal klappt“, sagt Dorand vor dem Hintergrund der noch immer anhaltenden Pandemie. Viele Monate lang war die Loge kein Treffpunkt, hielten die Logenbrüder aber übers Internet Kontakt.

Lyrik-Podcast mit 25 Folgen entstanden

Das Internet auch war der Ort, an dem sich die beiden aus Wittenberg stammenden Lyriker Frank Richter und Stephan Mörs hörbar machten. „Es ist ein Podcast entstanden mit 25 Folgen“, sagt Richter, 1.500 Menschen in 14 Ländern haben die Beiden seit der ersten Folge im Januar erreicht. Doch nun endlich solle es eine Lesung vor Publikum im Saal geben, möchten sie Menschen von Angesicht zu Angesicht mit ihrer Lyrik erreichen. Aber spielt Lyrik heute überhaupt für Menschen noch eine Rolle? Auf die Antwort sind Richter und Mörs gespannt.

Bühne steht auch anderen Interessenten offen

Und gehofft wird, dass Corona nicht erneut einen Strich durch die Rechnung des neuen Angebots macht. Festgehalten werden soll aber auf alle Fälle an dem Plan, „Kultur im Logenhaus“ fest zu etablieren. Doch nicht nur eigene Angebote will die Freimaurerloge unterbreiten, sondern sich generell als Veranstaltungsort empfehlen. Ob Konzerte, Lesungen oder Vorträge - Interessenten, so Dorand, können sich gerne melden.

Kontakt zur Loge und Kartenvorbestellungen unter info@freimaurer-dessau.de