Naturbad Großkühnau

Naturbad Großkühnau in Dessau: Für Stadt hat der Badebetrieb oberste Priorität

Dessau - Das Naturbad Großkühnau soll ein öffentliches Bad bleiben. Dies sei das Ziel der Verwaltung, verdeutlichte Robert Reck, Beigeordneter für Wirtschaft und Kultur, den Arbeitsstand nach mehreren Gesprächen mit dem Pächter und einem Vor-Ort-Termin der Ämter im Bad. „Wir wollen gemeinsam mit dem jetzigen Pächter das Bad betreiben.“

Von Sylke kaufhold

Das Naturbad Großkühnau soll ein öffentliches Bad bleiben. Dies sei das Ziel der Verwaltung, verdeutlichte Robert Reck, Beigeordneter für Wirtschaft und Kultur, den Arbeitsstand nach mehreren Gesprächen mit dem Pächter und einem Vor-Ort-Termin der Ämter im Bad. „Wir wollen gemeinsam mit dem jetzigen Pächter das Bad betreiben.“

Das Bad am Kühnauer See war Ende August vom Ordnungsamt geschlossen worden, weil kein qualifiziertes Aufsichtspersonal den Badebetrieb überwachte.

Seitdem ringen Verwaltung, Pächter und Ortschaftsrat um die Zukunft des Bades. Mit unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen, wie die Diskussionen in verschiedenen Gremien deutlich machen.

Der Ortschaftsrat Großkühnau plädiert für eine Zukunft mit dem jetzigen Pächter

So sieht der Ortschaftsrat Großkühnau eine Zukunft für das Bad offensichtlich nur mit dem jetzigen Pächter Wolfgang Höll, um die zahlreichen im Bad etablierten Veranstaltungen, Ferienlager und Freizeitangebote nicht zu gefährden.

„Es gibt Befürchtungen, dass das Dorfleben leidet, da sich das Bad zu einer Art Zentrum entwickelt habe“, gibt Hans-Georg Otto (Pro Dessau-Roßlau) die Großkühnauer Meinung im Kulturausschuss wider. Silke Benkenstein (AfD-Fraktion) fragt nach den Kosten von 50.000 Euro für die Beseitigung des Schilfgürtels zur Erhöhung der Sicherheit am See. Sie sieht den Pächter damit überfordert.

Der Beigeordnete verweist auf den gültigen Vertrag des Pächters mit der Stadt. „Es ist seine Pflicht, dafür zu sorgen. Die Stadt wird dies auch nicht nachträglich übernehmen.“

Kommt ein neuer Pächter oder nicht?

Die Stadtverwaltung hingegen knüpft die Zukunft des Bades nicht zwangsläufig an den Namen Höll. „Wir haben dem Pächter bis zum 14. Dezember die Möglichkeit gegeben, nachzuweisen, dass die wirtschaftliche Betreibung des Bades wirklich nicht möglich ist oder eben doch“, erklärt der Beigeordnete im Kulturausschuss.

Bleibt der Nachweis aus, werde noch im Dezember ein Interessenbekundungsverfahren für die Suche nach einem neuen Pächter durchgeführt. Ende Januar soll das abgeschlossen sein. „Wir haben also bis zum Saisonbeginn genügend Zeit, reagieren zu können“, sagt Reck.

Hat sich kein neuer Pächter gefunden, werde man mit Höll über „Plan B oder C“ reden. Das könnten dann der Weiterbetrieb als Vereinsbad oder die Trennung von Gewerbebetrieb (Kiosk, Gastronomie, Ferienwohnungen) und öffentlicher Badestelle sein.

Bei der letzten Variante, macht der Dezernent aufmerksam, werde die Verpachtung aber nicht zu den gleichen - sehr günstigen - Konditionen erfolgen wie bisher. „Die Pacht wird dann deutlich höher liegen, denn es handelt sich dann um einen reinen Gewerbebetrieb.“ (mz)