Nach der Insolvenz in Dessau

Nach der Insolvenz in Dessau: Investor aus China steigt ein bei Laukötter

Dessau - Der Produktionsstandort Dessau-Roßlau der Laukötter GmbH hat wieder eine Zukunft: Insolvenzverwalter Henning Schorisch, Partner der bundesweit tätigen Kanzlei hww wienberg wilhelm, hat den Kern des Produktionsstandortes der insolventen Laukötter Dessau GmbH an einen chinesischen Investor verkauft. Wie der in Berlin ansässige Insolvenzverwalter hww mitteilte, habe der Investor das Ziel, die Produktion von Gussteilen und Werkzeugen zum 1. Januar 2015 am Standort Dessau-Roßlau ...

Ein Investor aus China steigt Laukötter Dessau GmbH ein.

Der Produktionsstandort Dessau-Roßlau der Laukötter GmbH hat wieder eine Zukunft: Insolvenzverwalter Henning Schorisch, Partner der bundesweit tätigen Kanzlei hww wienberg wilhelm, hat den Kern des Produktionsstandortes der insolventen Laukötter Dessau GmbH an einen chinesischen Investor verkauft. Wie der in Berlin ansässige Insolvenzverwalter hww mitteilte, habe der Investor das Ziel, die Produktion von Gussteilen und Werkzeugen zum 1. Januar 2015 am Standort Dessau-Roßlau aufzunehmen.

Der Investor sei in China branchengleich tätig, übernehme die Betriebsimmobilie, einen Teil der Produktionsanlagen und das wesentliche immaterielle Vermögen der Laukötter Dessau GmbH mit der Absicht, ab dem kommenden Jahr vor Ort zu produzieren, verlautete am Donnerstag vom hww-Insolvenzverwalter. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart.

Die Laukötter GmbH, 1991 von Firmenchef und Namensgeber Karl-Heinz Laukötter aus dem 1949 gegründeten VEB Modell- und Formenbau privatisiert, hat ihren Sitz in der Oechelhaeuserstraße direkt an der Bahnlinie zwischen Dessau und Köthen.

Von 2004 bis 2008 fanden dort aufwändige Bodensanierungsarbeiten statt. Vorgängerfirmen hatten auf dem Firmengelände tausende Tonnen Teer in drei Gruben hinterlassen. Die dortige „Altlastensanierung“ förderte das Land mit etwa drei Millionen Euro.

Laukötter hatte sich einen Namen als Automobil-Zulieferer gemacht und vor allem für VW gearbeitet. Von 2003 bis 2008 stieg der Umsatz von 19 auf 32,5 Millionen Euro. Lange forschte die mittelständische Firma an einem neuartigen Kolben, in dem Karbon einen Teil des Aluminiums ersetzt. Der Durchbruch blieb aus.

Der traditionsreiche Autozulieferer mit Sitz in der Oechelhaeuserstraße hatte im April 2013 beim Amtsgericht Dessau einen Insolvenzantrag gestellt. Damals hatte der Werkzeugformenbauer noch 188 Mitarbeiter. Im Juni 2013 wurde das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet. Die Produktion wurde seither unter Regie von Insolvenzverwalter Henning Schorisch weiter geführt, allerdings ohne dass ein Investor gefunden wurde. Weil Ende September ein Großauftrag für VW auslief und keine Aussicht auf einen Neuabschluss bestand, hatte der Insolvenzverwalter den verbliebenen 125 Mitarbeiter Ende Juni gekündigt. Zum 30. September 2014 musste sodann die Produktion eingestellt werden.

Erst vor wenigen Tagen gelang es, einen Durchbruch bei den Gesprächen mit einem chinesischen Investor zu erreichen. Dieser plant, ab dem 1. Januar 2015 die Produktion aufzunehmen. Gestartet werden soll mit etwa 20 Arbeitnehmern aus der vormaligen Belegschaft der Laukötter Dessau GmbH, in der Zukunft soll die Belegschaft auf etwa 35 Arbeitnehmer aufgestockt werden. Damit hat Insolvenzverwalter Schorisch es geschafft, die bereits eingestellte Produktion am Traditionsstandort in Dessau wieder zu beleben.

„Dieser Erfolg war nur dank der konstruktiven Unterstützung durch die Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau-Roßlau und einer bis zuletzt engagierten Leistung der Arbeitnehmerschaft möglich“, betont Schorisch. (mz)