Konzert-Ärger

Konzert-Ärger: Bauhaus stellt in der Krise Chef-Sprecherin Helga Huskamp frei

Dessau - In ihrer größten Krise seit langem steht die Stiftung Bauhaus Dessau nun ohne ihre Chef-Pressesprecherin da. Helga Huskamp ist von ihren Aufgaben freigestellt worden. Das hat die Stiftung Bauhaus am Freitag auf MZ-Anfrage bestätigt. Gründe für die Freistellung wurden nicht genannt. Es handele sich um eine Personalangelegenheit. Huskamp ist seit Juni 2015 Leiterin der Abteilung ...

Von Lisa Garn

In ihrer größten Krise seit langem steht die Stiftung Bauhaus Dessau nun ohne ihre Chef-Pressesprecherin da. Helga Huskamp ist von ihren Aufgaben freigestellt worden. Das hat die Stiftung Bauhaus am Freitag auf MZ-Anfrage bestätigt. Gründe für die Freistellung wurden nicht genannt. Es handele sich um eine Personalangelegenheit. Huskamp ist seit Juni 2015 Leiterin der Abteilung Kommunikation.

Die Stiftung Bauhaus steht seit Tagen heftig in der Kritik - für die Absage eines Konzerts der linken Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ am 6. November und die öffentliche Kommunikation dazu. Begründet worden war die Ausladung der Musiker aus der Reihe zdf@bauhaus mit der Mobilmachung rechter Gruppen. Man wolle Neonazis keine Plattform bieten und das Welterbe-Gebäude schützen. Man begreife sich als unpolitische Institution. Kritiker warfen dem Bauhaus Haltungslosigkeit, Einknicken vor Rechten und Einschränkung der Kunstfreiheit vor.

Die Stiftung versuchte, sich in Pressemitteilungen zu erklären, räumte Fehler in der Kommunikation ein - sorgte aber auch weiter für Irritationen. Klar wurde in einer Mitteilung auch, dass es wegen der Konzertabsage unter den Mitarbeitern viele Diskussionen gab. Es folgte eine halbe Entschuldigung: Man bedaure „die Öffentlichkeit enttäuscht und das Bauhaus als unpolitisch dargestellt zu haben“. Wofür das Bauhaus steht, wurde aber nicht erklärt.

Wie sich die Freistellung der Chef-Sprecherin auf die Vorbereitungen für das Bauhaus-Jubiläum auswirkt, ließ die Stiftung am Freitag unbeantwortet. Ebenso die Frage, in welchem Zusammenhang der Schritt zur Debatte um die Konzert-Absage steht.

Unabhängig von der Personalie Helga Huskamp sucht das Bauhaus jetzt den Dialog. Zu einem „Offenen Gespräch“ auf der Bauhausbühne wird für Dienstag, 30. Oktober, ab 17 Uhr eingeladen. Es geht unter anderem um diese Fragen: Wofür steht die Stiftung Bauhaus? Was bedeutet das Bauhaus für Dessau-Roßlau? Wie kann eine stärkere Vernetzung gegen Rechtsextremismus gelingen? An der Diskussion sollen Stiftungsdirektorin Claudia Perren, Mitarbeiter und Bürger teilnehmen.

(mz)