Ukraine-Hilfe

Kommunale Familie in Dessau-Roßlau hilft gemeinsam: 100 Wohnungen für Flüchtlinge bereitgestellt

Für die Ausstattung der Wohnungen werden dringend Spenden benötigt.

Von Heidi Thiemann Aktualisiert: 11.03.2022, 08:06
Partner des Hilfsprogramms: Stadt, Stadtwerke und Wohnungsunternehmen organisieren 100 Unterkünfte für Flüchtlinge aus der Ukraine in Dessau-Roßlau.
Partner des Hilfsprogramms: Stadt, Stadtwerke und Wohnungsunternehmen organisieren 100 Unterkünfte für Flüchtlinge aus der Ukraine in Dessau-Roßlau. Stadtwerke Dessau

Dessau-Rosslau/MZ - Ein umfassendes Wohnraum- und Hilfsprogramm für Ukraine-Flüchtlinge ist unter Leitung von Sozialdezernent Jens Krause und Sozialamtsleiterin Heike Paesold mit den Wohnungsunternehmen der Stadt auf den Weg gebracht worden. Bis zu 100 leerstehende Wohnungen sollen kurzfristig bereitgestellt werden.

Die Stadt Dessau-Roßlau, die Stadtwerke sowie die Dessauer Wohnungsbaugesellschaft, die Wohnungsgenossenschaft Dessau, der Wohnungsverein Dessau und die Roßlauer Wohnungsgenossenschaft bündeln hierfür gemeinsam ihre Kräfte. Während die Vermieter den Wohnraum zur Verfügung stellen, koordinieren und realisieren die Stadtwerke mit ihrer Tochter Infra-Tec Energy die Einrichtung. Das Sozialamt übernimmt die bedarfsgerechte Verteilung.

Wer gut erhaltene Möbel abzugeben hat, kann sich bei den Stadtwerke melden

Für die Möblierung der Wohnungen werden noch dringend Sachspenden benötigt, vor allem für die Einrichtung der Bereiche Wohnen, Essen und Schlafen. Von der gut erhaltenen Couch oder Esstischgarnitur über Betten, Liegen, Fernsehgeräte bis hin zu Küchen, die zum Beispiel umzugsbedingt abzugeben sind. Wer helfen möchte, kann sich sofort bei den Stadtwerken melden, per Mail unter [email protected] oder telefonisch unter 0340/899 1004. Hier werden alle Sachspenden erfasst und weitervermittelt.

Mit Stand Mittwoch sind in der Stadt 130 Flüchtlinge vom Sozialamt erfasst worden. Bis zum Nachmittag wurden von der Ausländerbehörde 60 Personen registriert. Die Registrierung ist wichtig, betonte Krause am Dienstagabend im Sozialausschuss. Erst wenn die Menschen, die über Privatinitiativen in der Stadt angekommen sind, erfasst sind, können sie Hilfeleistungen in Anspruch nehmen, wie etwa Geldleistungen, Leistungen bei Krankheit und eine Wohnung zugewiesen bekommen. Sie werden als Asylbewerber anerkannt. Daher sei es wichtig, dass sie sich in der Ausländerbehörde melden. Sonst gelten sie als Touristen.

Aufnahme erfolgt ab dem Wochenende rund um die Uhr

Unterdessen bereitet sich die Stadt auf die Ankunft weiterer Kriegsflüchtlinge vor. Seit der vergangenen Woche gibt es die zentrale Aufnahmestelle in der Turnhalle des Berufsschulzentrums mit 203 Plätzen. Ab dem Wochenende können hier Flüchtlinge rund um die Uhr aufgenommen werden. Abgesichert wird das vom Sozialamt und Ehrenamtlichen. Länger als ein oder zwei Tage soll dort aber niemand bleiben.

Die Flüchtlingsunterkunft im Berufsschulzentrum nimmt ab dem Wochenende Flüchtlinge rund um die Uhr auf.
Die Flüchtlingsunterkunft im Berufsschulzentrum nimmt ab dem Wochenende Flüchtlinge rund um die Uhr auf.
Foto: Thomas Ruttke

Wie sich bei der ersten Aufnahme am Sonnabend zeigte, ziehen Flüchtlinge auch weiter in andere Städte, nicht alle bleiben in Dessau-Roßlau.

Für die, die in Dessau-Roßlau bleiben, gibt es derzeit 100 Plätze in vier Zwischenunterkünften - im Wohnheim Randelstraße, bei der GfM in der Junkersstraße, bei der BSG Medizin in der Schaftrift sowie in Privatwohnungen. Vorgesehen ist, dass die Flüchtlinge schnell Wohnraum erhalten. Zwar gibt es schon jetzt 182 Wohnungen für Flüchtlinge in der Stadt, aber alle sind belegt. Nun kommen 100 Wohnungen dazu.