Image-Schaden befürchtet

Innenstadt statt Kauflandcenter: Mildenseer Ortschaftsrat läuft Sturm gegen Plan der Stadt

Der Mildenseer Ortschaftsrat stärkt dem Kauflandcenter den Rücken und befürchtet durch Pläne der Stadt einen nachhaltigen Image-Schaden für ganz Dessau-Roßlau.

Von Danny Gitter 21.01.2022, 14:43 • Aktualisiert: 21.01.2022, 14:49
Das Kauflancenter von Mildensee: Wie geht es dort weiter?
Das Kauflancenter von Mildensee: Wie geht es dort weiter? (Foto: Thomas Ruttke)

Mildensee/MZ - Die Überarbeitung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Ost durch die Stadtverwaltung stößt in Mildensee auf viel Unverständnis. Dementsprechend kontrovers wurden am Dienstagabend in der Sitzung des Mildenseer Ortschaftsrats die Argumente zwischen den Mitgliedern und Ingolf Schmidt vom Stadtplanungsamt ausgetauscht.

Als kürzlich bekannt wurde, dass sich im Kauflancenter an der A9 neue Anbieter in den Bereichen Bekleidung, Fahrräder sowie ein Einrichtungsfachmarkt ansiedeln wollen, hat das Stadtplanungsamt eine Überarbeitung des Bebauungsplans des Gewerbegebiets vorgelegt, um die dortigen geplanten Ansiedlungen zu erschweren.

Aus Mildenseer Perspektive läutet der Plan den langfristigen Exodus des Kauflancenters ein

„Das ist keine willkürliche Entscheidung. Die Verwaltung ist dazu angehalten, Beschlüsse des Stadtrats entsprechend umzusetzen“, so Schmidt. Er erinnerte daran, dass 2019 die Fortschreibung des Zentrenkonzepts im Stadtrat mehrheitlich beschlossen wurde. Eine zentrale Aussage des Konzepts ist die Stärkung der Dessauer und Roßlauer Innenstadt, indem Sortimente wie Bekleidung, Fahrräder, Haushaltswaren und Einrichtungsgegenstände bevorzugt dort angesiedelt werden sollen. Das Amt begründet unter anderem damit die beabsichtigte Überarbeitung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Ost.

Aus Mildenseer Perspektive läutet das aber den langfristigen Exodus des Kauflancenters ein. Derzeit herrscht dort großflächiger Leerstand. Die geplanten Neuansiedlungen werden dringend gebraucht. Die Hoffnung, dass sich die Anbieter, die sich im Kauflancenter ansiedeln wollen, durch den überarbeiteten Bebauungsplan in die Dessauer Innenstadt ziehen, teilt der Mildenseer Ortsbürgermeister Uwe Groneberg (CDU) nicht.

Mit vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung fiel das Mildenseer Votum zum Bebauungsplan eindeutig aus

„Keines der ehemaligen Geschäfte des Kauflancenters ist zum Beispiel in das Rathaus-Center gewechselt“, stellt Groneberg fest. Er sieht auch im Charakter der Center Unterschiede. „Fachgeschäfte im Rathaus-Center bieten zum großen Teil Waren im hochwertigen Sortimentsbereich an. Solche Geschäfte sind in der Regel in unserem Center nicht angesiedelt“, so der Ortsbürgermeister.

Aus Sicht von Florian Kellner (CDU) muss es für die Anbieter, die beabsichtigen sich im Kauflancenter einzumieten, diverse Gründe geben, warum sie eben nicht in das Rathaus-Center ziehen wollen. Mieten und die gute Erreichbarkeit über die Autobahn könnten Argumente für die Entscheidung sein. Danilo Helm (CDU) befürchtet, dass durch den überarbeiteten Bebauungsplan die Anbieter generell einen großen Bogen um Dessau-Roßlau machen und das auch ein fatales Signal für weitere Investitionen wäre. „Die Stadt scheint bei beabsichtigten Ansiedlungen und Investitionen immer erst zu fragen, was dagegen sprechen könnte, statt die Investoren zu unterstützen“, resümiert Helm.

Mit vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung fiel das Mildenseer Votum zum Bebauungsplan eindeutig aus. Final entscheidet der Stadtrat am 2. Februar.