Zeltlager für Ausbildung, Sport und Spiel

Feuerwehrjugend wieder da - Camp am Schwimmbad Rodleben und ohne Scheu auf Nachtwache

Corona bedingt hatte das Zeltlager der Dessau-Roßlauer Feuerwehrjugend pausieren müssen. Nun fand es wieder statt. Mit 80 Teilnehmern.

Von Silvia Bürkmann Aktualisiert: 25.07.2022, 16:24
In fünf großen Zelten campierten insgesamt 80 Teilnehmer.
In fünf großen Zelten campierten insgesamt 80 Teilnehmer. Fotos (3): S. Bürkmann

Rodleben/MZ - Gleich die erste Sommerferienwoche hielt für die Dessau-Roßlauer Kinder- und Jugendfeuerwehren ein erstes Highlight bereit: Am Schwimmbad Rodleben waren die Zelte aufgeschlagen worden für das gemeinsame Sommerlager des Feuerwehrnachwuchses aus Mildensee, Waldersee, Süd, Kochstedt, Mosigkau, Alten, Kühnau, Roßlau und Rodleben.

Von früh bis spät Programm für Mädchen und Jungen

Traditionell sammeln sich die angehenden Feuerwehrleute im Alter von 10 bis 17 Jahren in der ersten Woche der Sommerferien gemeinsam zu Ausbildung, Spiel, Spaß und Erlebnistouren. Nach den Anfängen am Kühnauer See machen die jungen Feuerwehrleute seit mehreren Jahren jetzt Quartier in Rodleben. Nach zweijähriger Zwangspause während der Corona-Pandemie erlebten nun die Jungen und Mädchen wieder spannende Tage und lernten Altersgefährten aus benachbarten Wehren kennen.

Aus zehn Kinder- und Jugendfeuerwehren bezogen 70 junge Leute zwischen zehn und 18 Jahren Quartier auf dem Platz in der Heidestraße zwischen Schwimmbad und Sporthalle, betreut von zehn Feuerwehrleuten und Jugendwarten der Freiwilligen Wehren aus dem gesamten Stadtgebiet. Campleiter war Stadtjugendfeuerwehrwart Florian Keller.

Die „Großen“ hatten am Montag die fünf großen Schlafzelte aufgebaut und das Camp eingerichtet. „Am Dienstag haben wir dann die Einkäufe für die Woche erledigt und eingeräumt“, blickt Kellner auf die Vollzeit-Woche zurück. Am Mittwoch um 10 Uhr war offizieller Anreisetermin - die ersten Jungen und Mädchen standen erwartungsvoll mit gepackten Taschen ab 9 Uhr im Camp.

Jugendliche organisieren und übernehmen aller zwei Stunden die Nachtwache -

Der erste Tag nun war der mit der Rekordhitze um 38 Grad Celsius. Hier erwies sich der Standort einmal mehr als Glücksgriff - das Schwimmbad nebenan erlebte einen enormen Ansturm von jungen Feuerwehrleuten und -kindern. Bevor sich die ermüdeten Mädchen und Jungen dann zu Ruhe auf die Feldbetten packen konnten, waren in den Gruppen noch die Nachtwachen einzuteilen. Spätestens ab jetzt herrschte Ferienlager-Stimmung im Stadtjugendzeltlager.

Wenn ab 22 Uhr Nachtruhe unter den Zeltdächern einkehrte, schlug die Stunde für die Nachtwächter, die abwechselnd jeweils für zwei Stunden durch das Camp patrouillierten und das Wohl der Schläfer überwachten. „Das haben die Kinder sehr gewissenhaft gemacht“, schmunzelt Florian Kellner: Keine Besuche von Waschbären oder Füchsen im Camp. „Gefräßige Raubtiere? Sind längst schon da. Und zwar gleich 80 an der Zahl.“ Für deren „Fütterung“ sorgte die Küche vom Städtischen Klinikum zu jeder Mittagsversorgung.

Auf gute Mischung zwischen Ausbildung und Spiel geachtet

Zeitig hieß es am Donnerstag wieder „raus aus den Betten“. Nach dem Weckruf um 7 Uhr und Frühstück startete der Ausflug zur Feuerwache in Wittenberg. Hier konnte die Feuerwehrjugend die Profis im Arbeitsalltag erleben und lernten im Stationsbetrieb Neues über verschiedene Einsatzgebiete. Der Nachmittag gehörte dann im Camp Sport, Spiel und Freizeitbeschäftigung ... es sind ja schließlich Ferien.

Um 23 Uhr brachen die unermüdlichen Mächen und Jungen dann auf zu einer Nachtwanderung durch Rodleben. Auch hier wurden in Gruppen wieder fünf Stationen angesteuert, wo Aufgaben rund um die Feuerwehr richtig erledigt und Punkte eingeheimst werden wollten. So wurden beispielsweise beim Gedächtnistest 15 Feuerwehrgerätschaften zehn Sekunden lang gezeigt und sollten anschließend möglichst lückenlos aufgezählt werden. Eine echte Herausforderung in der Nacht nach einem langen Tag. „Das ist nicht ohne. Die beste Gruppe an dieser Station hat es auf zwölf Treffer gebracht“, nickt Stadtjugendwart Kellner anerkennend.

Schmeckt  immer: Nudeln mit Tomatensoße. Die Mittagsversorgung hatte die Küche vom Städtischen Klinikum gespendet.
Schmeckt immer: Nudeln mit Tomatensoße. Die Mittagsversorgung hatte die Küche vom Städtischen Klinikum gespendet.
Silvia Bürkmann

Der Freitag schließlich nun gehörte der Ausbildung von der Theorie über Erste Hilfe bis zur ordentlichen Knoten- und Leiterkunde. Auch neue Uniformen tauchten auf - mit der Polizei. Schutzwesten oder Handschellen - an dieser Station begeisterten sich die Kinder über die Ausrüstung der Polizisten auf Streife und im Einsatz. Für große Augen sorgte auch das von der Berufsfeuerwehr Dessau-Roßlau vorgefahrene Tanklöschfahrzeug. Nachmittags wurden die Wettbewerbe ausgewertet und mit Preisen belohnt. Ehe es am Samstag wieder nach Hause ging, klang das Zeltlager aus mit Knüppelkuchen am Lagerfeuer. Natürlich unter wachsamen Augen der Feuerwehr ...