Digitalpakt

Digitalisierung der Schulen stockt in Dessau-Roßlau: Stadt muss drei Millionen Euro Mehrkosten stemmen

Bis 2024 sollen 21 Schulstandorte mit der digitalen infrastruktur ausgestattet werden. Für die ersten vier Schulen sind Ausschreibungen erfolgt - mit einem Kostenaufwuchs von 600.000 Euro.

Von Sylke Kaufhold Aktualisiert: 21.06.2022, 15:34
Ein Schüler arbeitet am Notebook
Ein Schüler arbeitet am Notebook (Foto: DPA)

Dessau-Roßlau/MZ - Die Digitalisierung der Schulen ist ins Stocken geraten. Grund ist ein Kostenaufwuchs bei den Planungs- und Bauleistungen um rund 3 Millionen Euro, der sich in der dynamischen Kostenentwicklung des Marktes begründet.

Allein für die ersten vier Schulen erhöhten sich die Kosten für die infrastrukturellen Bauleistungen um 607.000 Euro. Die Planung und Ausschreibung erfolgte 2021 nach Erhalt des Fördermittelbescheides.

Abarbeitung erfolgt nach Prioritätenliste

Auf der Prioritätenliste ganz oben standen das Berufsschulzentrum, die Grundschulen Ziebigk und „Hugo Junkers“ sowie die Sekundarschule Friedensschule. Sie wurden bereits mit digitaler Medientechnik ausgestattet und die baulichen Leistungen beauftragt.

Im Rahmen des Förderprogramms Digitalpakt Schule will die Stadt bis zum Jahr 2024 insgesamt 21 Schulstandorte mit der nötigen digitalen Infrastruktur und Medientechnik ausstatten, dafür war eine Gesamtausgabe von 4,6 Millionen Euro veranschlagt, die mit 4,1 Millionen Euro gefördert wird.

Für die Realisierung der 17 weiteren Standorte berechnete die Stadt Preissteigerungen prognostisch anhand der durchschnittlichen Teuerungsrate bei den Planungsleistungen um 115 Prozent und bei den Baukosten in Höhe von 227 Prozent. Eine weitere Erhöhung der Fördermittel ist nicht möglich, so dass die Stadt Dessau-Roßlau die Mehrkosten aus eigenen Mitteln finanzieren muss.

Stadtrat soll am 12. Juli die Mehrkosten bewilligen

Die baulichen Planungsleistungen sind für alle Schulstandorte beauftragt. An dieser Stelle endet das Gesamtprojekt „Digitalpakt“ allerdings zunächst. Bis die weitere Finanzierung aus dem städtischen Haushalt vom Stadtrat genehmigt ist. Das soll am 12. Juli erfolgen. Eine entsprechende Beschlussvorlage wurde vom Amt für Bildung vorbereitet. Sie liegt am heutigen Dienstag dem Finanzausschuss vor. Statt ursprünglich 462.000 Euro Eigenmittel muss die Stadt 3.3 Millionen Euro für die Digitalisierung ihrer Schulen berappen.

Stimmt die Politik den Mehrausgaben zu, kann die Ausschreibung für die nächsten neun Schulen erfolgen, die in den Jahren 2022 bis 2023 digital fit gemacht werden sollen.