Sommertheater

Die Wasserburg in Roßlau macht ab kommender Woche wieder Theater

Vorbereitungen für großes Schauspiel: Das Ensemble der Theaterburg Roßlau bringt „Meister und Margarita“ auf die Bühne. Premiere ist am 13. Juli.

Von Von Silvia Bürkmann
Es wird immer verrückter: Was will diese seltsame Gestalt im teuren Pelz bloß an dem mickrigen Moskauer Straßenkiosk?
Es wird immer verrückter: Was will diese seltsame Gestalt im teuren Pelz bloß an dem mickrigen Moskauer Straßenkiosk? (Foto: Thomas Ruttke)

Roßlau/MZ - Das kann nur etwas Großes werden. Seit fast zwei Wochen wachsen auf dem äußeren Burghof die Bühnen immer weiter in die Höhe und Breite. Viele Leute tummeln sich, bewegen Material, Technik, Kulissen und Kostüme. Die historische Wasserburg Roßlau bereitet sich vor für ihren 24. Burgtheatersommer.

Werden Thema und Figur wie magisch angezogen von diesem Ort? Oder sind sie auf der Burg schon längst zuhause? Nach Goethes „Faust I + II“ (2013) und dem nordischen Faust „Peer Gynt“ (2017) zeigt der Theaterburgverein in diesem Jahr nun die russische Faust-Parabel „Meister und Margarita“.

Tiefe und Lustspiel für das Sommertheater in Roßlau

Der Stoff aus der Feder und Schreibmaschine von Michail A. Bulgakow zählt zu den Klassikern der literarischen Moderne, wird verehrt als Jahrhundertroman. Aus dem 1966 erschienenen Meisterwerk entwickelt Regisseurin Andrea Pinkowski ein Bühnenstück, in dem sich Handlungsstränge von philosophischer Tiefe mit viel Spektakel shakespearscher Prägung verweben. „So wird es zum Lustspiel fürs Sommertheater“, sagt Pinkowski.

Vom Keller bis unters Dach voller Rätsel steckt das Haus mit der geheimnisvollen Wohnung Nummer 50.
Vom Keller bis unters Dach voller Rätsel steckt das Haus mit der geheimnisvollen Wohnung Nummer 50.
(Foto: Thomas Ruttke)

Die Idee für das Stück geht zurück auf das Vorjahr. Und hat ihren Ursprung auch in Roßlau. Als eben die Koffer und Untensilien vom 23. Burgtheatersommer zusammengepackt wurden, kreisten die Gedanken im Ensemble bereits um das nächste Jahr. „Das läuft bei uns immer so und damals hat unser Musiker Karl Neukauf das erste Mal ’Meister und Margarita’ in die Debatte gebracht“, erinnert sich Schauspielerin und Produzentin Elisabeth Taraba. Im Nachgang kamen im Herbst dann noch die Kleist-Novelle Michael Kohlhaas und „Die drei Schwestern“ von Anton Tschechow ins Spiel. Aber „der russische Faust“ behielt die Oberhand.

Großes Spektakel, wenn der Teufel ein Fest für die Ballkönigin braucht

Nun also kommt der Teufel in die Stadt und mischt mit seinem schrägen Gefolge das Moskau der 30er Jahre unter Stalin auf. Unheimliche Vorfälle häufen sich: Ein Mann, der weder an Gott noch Teufel glaubt, gerät unter die Straßenbahn, ein Schriftsteller in die Irrenanstalt, ein Hausmeister wird verhaftet und das Haus auf seltsame Weise nach und nach entmietet ... Seltsame Leute ziehen ein. Und der Teufel braucht für sein Fest eine Ballkönigin.

Und trifft auf Margarita, die verzweifelt nach ihrem geliebten Meister sucht, einem Schriftsteller, der sich in die Psychiatrie geflüchtet hat und unauffindbar bleibt. Margarita aber geht den Pakt mit dem Teufel ein, um dem Geliebten wieder nahe zu sein.

Aufführungen: 13. Juli bis 15. August, immer Die bis Sa., 20.30 Uhr. Weitere Informationen , u.a. zu Kartenvorverkauf: www.theaterburg-rosslau.de