Gemälde im Wert von 18.000 Euro gestohlen

Dessau: Von Kunsträubern fehlt jede Spur

Dessau - Nach dem Kunstraub in einer Dessauer Galerie gibt es noch keine Spur zu den Tätern. Am Wochenende waren aus der Ausstellung „Blau auf blasser Haut - Tattoo in der zeitgenössischen Kunst“ des Anhaltischen Kunstvereins drei Gemälde gestohlen worden. Sie haben einen Wert von rund 18 000 ...

03.08.2016, 19:02

Nach dem Kunstraub in einer Dessauer Galerie gibt es noch keine Spur zu den Tätern. Am Wochenende waren aus der Ausstellung „Blau auf blasser Haut - Tattoo in der zeitgenössischen Kunst“ des Anhaltischen Kunstvereins drei Gemälde gestohlen worden. Sie haben einen Wert von rund 18 000 Euro.

Kunstraub in Dessau: Polizei wertet noch Spuren aus

Zunächst ging der Verein davon aus, dass die Künstlerinnen ihre Werke womöglich selbst abgehängt hätten. Ein Anruf bei der Galeristin in Leipzig brachte Gewissheit: Die Gemälde waren gestohlen worden. Die Polizei hat vor Ort Spuren gesichert und wertet sie derzeit aus.

Keine Einbruchsspuren in Fall des gestohlenen Gemäldes in Dessau

Der Diebstahl wirft mehrere Fragen auf. So gab es um den und am Ausstellungsraum keine Einbruchsspuren. „Ich vermute, der oder die Täter sind mit einem Schlüssel oder einem Nachschlüssel hinein gekommen“, sagt Vereinschef Gerhard Lambrecht. Der Diebstahl soll sich zwischen Freitag und Samstag ereignet haben. Eine Mitarbeiterin schloss nach der regulären Öffnung der Schau im „Kunstraum 22“ ab, eine weitere am nächsten frühen Nachmittag auf. Der Verein hat nun eine Zusammenkunft angesetzt, an der alle Mitglieder teilnehmen, die einen Schlüssel besitzen. „Dann geht es auch um die Abgabe von eidesstattlichen Versicherungen, dass keine Nachschlüssel angefertigt worden sind oder ein Schlüssel verschwunden ist“, so Lambrecht.

Es wurden nur die „erotischsten“ Gemälde getsohlen

Er geht davon aus, dass diese drei Gemälde zielgerichtet gestohlen worden sind. „Es wurden diejenigen mitgenommen, die am erotischsten sind.“ Dabei handelt es sich um zwei Bilder von Claudia Hauptmann - „Second Hand“ und „Die Braut“ - sowie „Rückenakt“ von Gudrun Brüne. Die Versicherung ist verständigt worden und prüft derzeit eine Schadensregulierung.

Auch die Künstlerinnen wurden benachrichtigt. „Die Reaktionen waren unterschiedlich, um es vorsichtig zu formulieren. Niemand gibt ein Bild gern einfach so her.“ In der Ausstellung werden nun Nachdrucke aufgehängt, versehen mit dem Hinweis, dass sie gestohlen worden sind. (mz/lga)