Segen aus Privatschatulle

Darum hat Hartmut Modes 10.000 Euro für den Transport der sibirischen Bären nach Dessau gespendet

Von Silvia Bürkmann
Unverkennbarer Tierfreund Hartmut Modes: Auch  in der Wohnung haben Hunderte Tiere  Platz gefunden: Aus Stoff, Wolle oder Holz.
Unverkennbarer Tierfreund Hartmut Modes: Auch in der Wohnung haben Hunderte Tiere Platz gefunden: Aus Stoff, Wolle oder Holz. (Foto: Ruttke)

Dessau/MZ - Auf der Tierpark-Dauerkarte sind die Zutritte mit Strichlisten vermerkt: „Auf 30 bis 35 Besuche komme ich da im Durchschnitt pro Jahr“, lobt Hartmut Modes die schöne, gepflegte und gesunde Umgebung der Einrichtung mit ihren vielzähligen, interessanten Bewohnern. Hartmut Modes und seine Ehefrau Heidrun sind ausgesprochene Tierparkfreunde. Der 76-jährige Rollstuhlfahrer und seine Frau (77) genießen die Besuche und werden von den Tierparkmitarbeitern als gute Bekannte jedes Mal freundlich begrüßt.

Das übliche Lächeln könnte künftig noch um einiges breiter und herzlicher ausfallen. Denn der Dessauer ist der Privatspender, der den Transport der neuen Tierparkattraktion aus Sibirien mit 10.000 Euro aus der „Privatschatulle“ unterstützt. Die zwei ussurischen Kragenbären Dima und Nastja sollen noch im Herbst über Tausende Kilometer Luftlinie eingeflogen werden. Der Verein der Tierparkfreunde sammelt seit langem dafür Spenden. „Da wollte ich mich auch mit ein paar Kilometern beteiligen. Vielleicht ist es ja jetzt schon die gesamte Strecke geworden“, sagt Modes verschmitzt. Klar sei für ihn immer gewesen: Bären hat es im Dessauer Tierpark immer gegeben und wird es jetzt wieder geben.

Die Spendenhöhe lässt viele erstaunen und Journalisten mehrfach bei ihm anklingeln, um zu fragen: „Wie kommen Sie darauf, so viel Geld...“, aber Modes sieht das gelassen. Finanziell komme das Rentnerehepaar gut über die Runden. Die Spende mache ihn nicht arm, könne aber sinnvoll einer Einrichtung helfen, „die ich mag und die eben jetzt einmal dringend Geld braucht“. Damit die Menschen sie noch inniger mögen.

Familie Modes ist dem Dessauer Tierpark seit vielen Jahren eng verbunden

Familie Modes ist dem Tierpark seit Jahren über Patenschaften verbunden Hartmut Modes ist Pate für einen Buntmarder als beliebten Besuchermagneten, Heidrun Modes hat zwei Schnee-Eulen als Patentiere. Den botanischen Lehrpark unterstützt das Ehepaar mit Baumpatenschaften. Hartmut Modes hat seine „Beiche“ ins Herz geschlossene, die auf eine Eiche aufgepfropfte Buche in Nähe der Eulenecke sowie eine Hängeulme bei den Rentieren. Heidrun Modes ist Baumpatin für ein Spitzahorn und eine der geheimnisvollen Eiben.

Doch nicht allein die lebendigen Geschöpfe im Tierpark-Refugium machen im Leben der Modes’ tierisch was her. In der Neubauwohnung Am alten Theater haben auch 238 Stofftiere ihren Platz gefunden. In der Schrankwand, auf der Couch, in einem mehrstöckigen Katzenhaus Marke Eigenbau. „Die Katze ist mein Lieblingstier. Wenn ich eines dieser stolzen Tiere sehe, möchte ich es immer gleich streicheln.“ Weil beide früher fast die ganze Welt bereist haben, oft monatelang, haben Modes’ sich keine echte Samtpfote zugelegt. Noch nicht.