Wahlkreis 70

Andreas Mrosek will für die AfD mit dem Thema Verkehr wieder in den Bundestag

Andreas Mrosek will erneut für die AfD in den Bundestag einziehen. Das könnte ihm auch ohne Direktmandat gelingen.

Von Daniel Salpius
Andreas Mrosek will wieder den Sprung in den Bundestag schaffen.
Andreas Mrosek will wieder den Sprung in den Bundestag schaffen. (Foto: Thomas Ruttke)

Dessau-Roßlau/MZ - Zum Wasser hat Andreas Mrosek eine besondere Beziehung. Der AfD-Direktkandidat für den Wahlkreis 70 zur Bundestagswahl besitzt das „Kapitänspatent Große Fahrt“. Zwischen 1989 und 1995 stand der heute 63-Jährige auf den Brücken großer Handelsschiffe, transportierte Fracht in die ganze Welt. Später steuerte er Schiffe durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Auch deshalb schlägt Mrosek für ein Treffen einen Ort am Wasser vor: Das Kornhaus in Dessau. Mit Blick auf die Elbe. Doch auch eines seiner größten politischen Anliegen ist mit dem Fluss verbunden, der die Region so sehr prägt. Geht es nach ihm, soll die Elbe schiffbarer werden, um die Wirtschaft der Region anzukurbeln. Denn: „Die meisten großen Industriegebiete liegen am Wasser“, erklärt der Politiker. Er plädiert daher für eine bei Umweltverbänden umstrittene Elbvertiefung auf 1,40 Meter. „Damit bekommen wir den Güterverkehr von der Straße über die Schiene aufs Wasser“, so Mrosek.

„Ich bestreite den Klimawandel nicht. Den gibt es. Aber der wird zu 99 Prozent von der Sonne verursacht und nicht vom Menschen.“

Um Klimaschutz geht es ihm dabei nicht. Im Gegenteil: Für den Politiker gehören etwa CO2-Steuern abgeschafft. „Ich bestreite den Klimawandel nicht. Den gibt es. Aber der wird zu 99 Prozent von der Sonne verursacht und nicht vom Menschen.“ Forschern, die den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel für groß halten, misstraut Mrosek. Es würden eben nur Forscher befragt, die die Regierungsmeinung wiedergäben, so sein Kommentar dazu.

Mit demselben Misstrauen betrachtet der AfD-Mann Statistiken von Virologen und Medizinern, wonach Corona dreimal ansteckender und zehnmal tödlicher ist als die Grippe. Mrosek glaubt ihnen schlicht nicht. Für ihn waren und sind daher die umfassenden Corona-Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen nicht verhältnismäßig. Geschäfte und Restaurants zu schließen, sei nicht notwendig gewesen. Tests sollten Mrosek zufolge freiwillig sein, ebenso wie die Corona-Schutzimpfung. Die 3-G-Regeln nennt der Politiker gar „blödsinnig“.

Aus seiner Sicht reiche es aus, die Risikogruppen in den Altenheimen vor Corona zu schützen, „ebenso wie vor der Grippe“. Den Vergleich zur Grippe zieht Mrosek immer wieder.

Für die Region wolle Mrosek sich weiter vor allem verkehrspolitisch engagieren

Eine Legislaturperiode in Berlin liegt schon hinter Mrosek. Das Direktmandat gewann er bei der Wahl 2017 im Wahlkreis 70 zwar nicht. Mit 19,4 Prozent lag er mehr als 15 Prozentpunkte hinter Sepp Müller (CDU). Dank Listenplatz vier zog er dennoch ins Parlament ein. Ob er Müller dieses Mal schlagen kann? „Das ist ein Blick in die Glaskugel. Die Wahlprognosen liegen häufig daneben.“ Da Mrosek als Generalsekretär der sachsen-anhaltischen AfD wieder auf Listenplatz vier steht, ist ein Wiedereinzug wahrscheinlich.

Für die Region wolle er sich weiter vor allem verkehrspolitisch engagieren. Neben der Elbvertiefung setze er sich für Ortsumgehungen bei Griebo und Oranienbaum sowie in Roßlau ein. Außerdem müsse die Zerbster Brücke erneuert werden. Wichtig ist dem Politiker auch ein bundeseinheitliches Bildungssystem sowie eine Angleichung der Ostrenten an den Westen. Um die Wirtschaft auf die Beine zu stellen, müsse Unternehmen der Zugang zu Krediten erleichtert werden, es brauche steuerliche Erleichterungen und Landesbürgschaften.

Dass sich die AfD in den letzten Jahren radikalisiert hat, findet er nicht

Mrosek ist im März 2013 als einer der ersten in die AfD eingetreten. Dass sich die Partei seither radikalisiert hat, findet er nicht. „Deutschland. Aber normal“, steht auf seinem Wahlplakat. Was normal für ihn bedeutet, erklärt er so: „Normal ist, wenn sich alle an das Grundgesetz halten.“ Ausgehebelt sieht er die Verfassung beim Thema Asyl und Islam. Ein Aufenthaltsstatus wie die Duldung gehöre abgeschafft und die Kultur des Islam wolle er in Deutschland nicht, so Mrosek.

Zur Person

Andreas Mrosek ist 63 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder sowie ein Enkelkind. Er wohnt in Dessau-Roßlau. Mroseks beruflicher Werdegang begann als Werkzeugmacher. Dann heuerte er als Vollmatrose an, studierte schließlich Seefahrt und machte sein Diplom als Ingenieur für Schiffsführung. Danach erwarb er das Kapitänspatent „Große Fahrt“.

In ein politisches Amt kam er erstmals 2002, als er für die CDU in den Dessau-Roßlauer Stadtrat gewählt wurde. 2013 trat er in die AfD ein und sitzt seit 2017 für die Partei im Bundestag. Dort gehört er dem Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, dem Sportausschuss sowie dem Untersuchungsausschuss Pkw-Maut an.

Mrosek feierte auch sportlich Erfolge - als Ringkämpfer und im Kraftdreikampf, wo er nach eigenen Angaben vier Welt- und vier Europameistertitel errang sowie acht Mal deutscher Meister wurde.

In seiner Freizeit widmet sich Mrosek vor allem seiner Familie, malt Ölbilder, baut Obst und Gemüse selber an. Ein weiteres seiner Interessenfelder ist die Naturwissenschaft.