Spielend die Welt eindecken

Spielend die Welt eindecken: Kita-Projekt in Wolfen will Kinder für Technik und Umwelt begeistern

Wolfen - Kinder der Kita „Spatzennest“ begeistern sich mit WiKilino für Technik und Umwelt. Die Wolfener Einrichtung beteiligt sich als erste im Land am Projekt.

Von Michael Maul 10.02.2018, 13:00

Die große Unruhe ist den Jüngsten der AWO-Kita „Spatzennest“ in Wolfen-Nord am Dienstag anzumerken. Sie bestaunen von weitem die große Rakete in ihrem Spielzimmer und würden zu gern schon in die Kiste gucken, die die Frauen des Vereins „Momelino“ aus Leipzig mitgebracht haben.

Als schließlich Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) eintrifft, wird endlich die Neugier der Kinder gestillt. Nach einigen Worten, die Schenk als Schirmherr des Projektes an die Anwesenden richtet, wird die Rakete untersucht und die virtuelle Reise der Kinder zum Kunst- oder Theaterplaneten nimmt seinen Lauf.

Das Projekt WiKilino, das in Sachsen und Brandenburg schon viel Interesse hervorgerufen hat, startet nun in Sachsen-Anhalt. Dabei steht die Abkürzung „WiKilino“ für „wissbegierige Kinder lernen innovativ“ und bedeutet, dass den Jüngsten spielerisch Wissen über technische Dinge und Zusammenhänge in der Welt vermittelt wird. „Wenn es darum geht, Kinder für Technik zu interessieren, bin ich sofort gern dabei“, begründet Schenk sein Engagement.

Die Kleinen waren für das Projekt Feuer und Flamme

Für die Kinder sind diese Bekundungen im Moment der Erforschung sowohl der Rakete als auch der Spielekiste Nebensache. Als es dann mit Anna und Pia, zwei Figuren in dem Lernvideo, zu den unterschiedlichsten Planeten geht, haben sie alles um sich herum vergessen.

„Aus der Erfahrung kann man sagen, dass die Kinder es schaffen, über eine Stunde zuzuhören und zuzusehen“, weiß Mandy Keil vom Verein „Momelino“. Es ist etwas Neues, das man anbiete und die Kleinen seien dafür Feuer und Flamme. „Was die Kinder im Video sehen, können sie im Spiel nachvollziehen“, beschreibt Keil den Ablauf. Wie die einzelnen Stationen dann in den Tagesablauf der Kinder eingeplant werden, obliege der jeweiligen Einrichtung.

OB Schenk könnte sich vorstellen, das Projekt auch in anderen Einrichtungen der Stadt zu nutzen

Doch wie kommt das sächsische WiKilino nach Wolfen? „Ganz einfach“, erklärt Bitterfeld-Wolfens Stadtsprecherin Katrin Kuhnt. „Die Leitung der Einrichtung hat von diesem Projekt erfahren, sich beworben und den Zuschlag bekommen“, sagt sie.

Für den Leipziger Verein, der mit dem Projekt von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt wird, ist es ein weiterer Beweis, dass er mit der Bildungskiste und dem Video den richtigen Weg beschritten hat. „Wir stellen die Förderung von Kindern und auch Jugendlichen in den Vordergrund und schaffen damit neben dem Lernen auch das verbesserte bürgerschaftliche Engagement des Nachwuchses“, erklärt Mandy Keil.

Schon diese ersten Gespräche überzeugten Bitterfeld-Wolfens Stadtoberhaupt von der Richtigkeit dieses Vorhabens. Er könne sich vorstellen, dieses Projekt auch in anderen Einrichtungen der Stadt wirksam werden zu lassen. „Darüber müssen wir noch einmal reden“, so Schenk. (mz)