Neue Ausstellung

Rathaus in Wolfen wird zur großen Fotogalerie: Rumänien abseits der Touristenpfade

Von Ulf Rostalsky 23.09.2021, 15:11
Sylvia Ritter und Johannes Toaspern bereiten die Ausstellung vor.
Sylvia Ritter und Johannes Toaspern bereiten die Ausstellung vor. (Foto: Kehrer)

Wolfen/MZ - Wird Johannes Toaspern auf Rumänien angesprochen, kommt er schnell auf den Punkt. „Es ist meine zweite Heimat“, sagt der Pfarrer im Ruhestand dann. Toaspern ist begeistert von Menschen, Kulturen und Religionen im Balkanland. Er will Neugierige im Wolfener Rathaus mitnehmen auf eine besondere Reise und hat dafür zusammen mit Martin Eichler eine Fotoausstellung konzipiert.

Die Bilder, die von Montag, 27. September, bis zum 31. Januar nächsten Jahres in den Gängen des Verwaltungsgebäude hängen und so für jedermann zugänglich sind, sollen nicht Pate stehen für eine touristische Ausstellung. „Sie stehen auch nicht für übliche Klischees, für Schwarzes Meer, Siebenbürgen“, betont Toaspern. Der Pfarrer will das Leben zeigen. So, wie er es während eines einjährigen Stipendiums selbst kennengelernt hatte.

„Hier stoßen westliche Kultur und jahrhundertelange Beherrschung durch das osmanische Reich aufeinander“

Toaspern zeigt junge Leute, die auf Straßen mit reich verzierten Häusern aus der Blütezeit des Landes vor mehr als 100 Jahren flanieren. Er war mit der Kamera dabei, als orthodoxe Priester mit ihrer Gemeinde das Abendmahl oder Taufen feierten. Rumänien, sagt er, sei so besonders vielseitig, von östlicher und westlicher Kultur gleichermaßen geprägt.

„Hier stoßen westliche Kultur und jahrhundertelange Beherrschung durch das osmanische Reich aufeinander.“ Toaspern findet das spannend und sieht Spuren beider Kulturen in Rumänien praktisch an jedem Ort. Das will er zeigen. Deshalb hat er jetzt Neuland betreten und „meine erste ganz große Fotoausstellung“ auf den Weg gebracht.

Die Ausstellung in den Rathausfluren ist eine Kooperation des Vereins „Freunde der Galerie Am Ratswall“ und der Stadt Bitterfeld-Wolfen.