Jubiläum der Kindertagesstätte Kropstädt Jubiläum der Kindertagesstätte Kropstädt: «Märchenland» am Dorfrand
Kropstädt/MZ. - Die Eröffnung des "Ernte-Kindergartens" 1939 hatte jedoch keinen erfreulichen Hintergrund: Der Zweite Weltkrieg kündigte sich an, die Familienväter und -ernährer wurden eingezogen, die Frauen mussten aufs Feld, die Ernte einbringen und brauchten eine Obhut für ihre Kinder. "Das war für die Mütter eine schwierige Zeit", weiß Hildegard Herrler, die damals selbst noch sehr klein war, vom Hörensagen. Zumal das Kinderhaus seinerzeit einsam und abseits vom Dorf, umgeben von Wald, Wiese und Feld, stand. Erst gegen 1980 wurden die Häuser dort gebaut.
Selbst um 1960 noch fand es Frau Herrler vor allem im Winter "richtig gruselig", in aller Herrgottsfrühe dort hinaus zu müssen. Sie war damals die gute Fee des Hauses, heizte die Kachelöfen und putzte die beiden Räume, holte mit dem Gummiwagen das Mittagessen aus dem Dorf, wusch Berge von Geschirr in viel zu kleinen Schüsseln und hatte deswegen noch Trödel mit der Hygiene.
"Strapaziös" war die Arbeit mitunter auch für Erzieherin Brigitte Röder, die bis März 2002 fast 30 Jahre in der Einrichtung verbracht hat. In den Achtzigern platzte das Haus, obwohl schon angebaut worden war, mit fast 100 Kindern aus allen Nähten, so dass die älteste Gruppe ausgelagert werden musste. In der Zeit entstand auch der Plan, im Dorfzentrum einen neuen Kindergarten zu bauen. Doch mit der Wende wurden dies hinfällig, und bis zum Ende der 90er Jahre nahm die Kinderzahl rapide ab. Bei 17 angekommen, war es für den Bestand der Einrichtung sogar brenzlig. Umso mehr freut sich Kathrin Sternberg, die vor gut zwei Jahren als Leiterin das "Märchenland" übernahm, dass sich die Zahl von 34 Kindern nun zu stabilisieren scheint. Die Arbeit in einer fast familiären Atmosphäre, in die sich auch die Eltern gern einbinden lassen, macht der 39-Jährigen großen Spaß. So ist es derzeit ihre einzige Sorge, dass bei dem Fest am Sonnabend die Besucher ausbleiben könnten. Abgesehen vom schönen Programm, das wartet, haben die Kinder nämlich "in Schwerstarbeit" noch eine große Überraschung vorbereitet. Von Regen sollte sich keinesfalls jemand abhalten lassen, die Vatis haben am Donnerstag auch ein Festzelt aufgebaut.