Weiter Glutnester im Chemiepark

Großbrand im Chemiepark: Schwarzer Qualm über Wolfen

Wolfen - Feuer in Wolfen: Anwohner sollen Türen schließen

Von Dietmar Oppenkowski und Stefan Schröter

Im Wolfener Entsorgungszentrum der Fehr Umwelt Ost GmbH ist am Dienstagabend ein Großbrand ausgebrochen. Freiwillige Feuerwehren aus mehreren Kommunen rückten nach der Alarmierung um  17.12 Uhr  zu dem betroffenen Betrieb im Wolfener Teil des Chemieparks aus. Das Feuer sei unter Kontrolle, sagte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost am Mittwochmorgen. Da es weiter Glutnester gibt, sind die Löscharbeiten jedoch nicht abgeschlossen.

Mehrere Feuerwehren wurden im Verlauf des Abends nachalarmiert, unter anderem auch aus Aken.Während sich eine pechschwarze Rauchsäule mehrere hundert Meter in die Höhe ausdehnte und bis nach Dessau zu sehen war, versuchten die Feuerwehrleute  die Lagerhalle mit Abfallstoffen zunächst zu löschen.

Großbrand im Entsorgungszentrum der Fehr Umwelt Ost GmbH Wolfen: Gebäude brannte kontrolliert ab

Aufgrund des sich rasch ausbreitenden Feuerinfernos und der starken Hitzeentwicklung stürzte kurz nach 18 Uhr das komplette Dach ein. Die Feuerwehr ließ das Gebäude schließlich kontrolliert abbrennen.

25 Feuerwehrfahrzeuge waren nach MZ-Informationen im Einsatz in Wolfen. In der Umgebung kontrollierte das Messfahrzeug der Ortsfeuerwehr Wolfen die Luftqualität. Laut Behördenangaben konnte es keine Grenzwert-Überschreitungen feststellen.

Zuvor hatte aus Sicherheitsgründen  Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) die Menschen  dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Es sei unklar, ob Gefahrstoffe in die Atmosphäre gelangt sind.

Die „Securitas“-Chemiepark-Feuerwehr unterstützte bei dem Brand ebenfalls. Fehr hat nach MZ-Informationen aber genau wie der 2015 abgebrannte Poly-Chem-Betrieb keinen Vertrag mit dieser Berufsfeuerwehr abgeschlossen.

Der Fehr-Betriebsstättenleiter Christoph Kaßner äußerte sich vor Ort weder zu den Materialien, die in der Halle lagerten, noch zu möglichen Brandursachen. Er erklärte jedoch am Dienstagabend, dass nach seinen Erkenntnissen keiner der 42 Mitarbeiter bei dem Feuer verletzt wurde.

Feuer im Chemiepark Wolfen: Hunderte Schaulustige filmen und fotografieren Löscharbeiten

„Zum Zeitpunkt des Brandes befand sich noch eine Person auf dem Gelände. Sie konnte es unverletzt verlassen.“ Chemiepark-Geschäftsführer Michael Polk erklärte: „Wir müssen jetzt zunächst die Brandursache auswerten.“ Generell bestehe in dem hochindustriellen Chemiepark ein Restrisiko, „aber ich denke, dass die Feuerwehren und Betriebe solche Havarien beherrschen“.

Bei dem Feuer war um 18.39 Uhr  auch die Anwendung „Katwarn“ für Mobiltelefonbesitzer angesprungen. Wer dieses Programm auf seinem Telefon installiert hat, wird darüber vor außergewöhnlichen Ereignislagen in seinem Umfeld gewarnt. Vor Ort waren derweil hunderte Schaulustige, die das Geschehen fotografierten und filmten.

Zuletzt kam es vor vier Wochen im Chemiepark zu einem größeren Zwischenfall. Beim Recycling-Unternehmen Cronimet Envirotec gab es einen unplanmäßigen Druckanstieg. Danach traten Gase aus. Eine gelbe Wolke stand daraufhin über Bitterfeld und beunruhigte viele Anwohner. (mz)