Chemiepark Bitterfeld-Wolfen

Chemiepark Bitterfeld-Wolfen: Neue Firmen im Fokus

Bitterfeld-wolfen - Investition in ein Vorzeigeprojekt: Vier bis fünf Millionen Euro sollen jährlich in die Infrastruktur des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen fließen. Das teilte gestern die Geschäftsführung mit.

Von lisa garn 07.10.2015, 09:53

Investition in ein Vorzeigeprojekt: Vier bis fünf Millionen Euro sollen jährlich in die Infrastruktur des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen fließen. Das teilte gestern die Geschäftsführung mit.

Damit sollen auch die Voraussetzungen geschaffen werden, weitere Ansiedler für den Industriestandort zu gewinnen. Mit den Investitionen sind auch Erwartungen der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH an neue Arbeitsplätze verbunden. Derzeit ist die Gesellschaft mit drei Investoren aus Westdeutschland in Gesprächen.

Der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen ist nach 1990 im Zuge des Strukturwandels der ostdeutschen chemischen Industrie entstanden. Seither wurden nach Angaben der Betreibergesellschaft rund 4,5 Milliarden Euro investiert. Vor 1990 befand sich dort das DDR-Chemiekombinat Bitterfeld. Betreiber des Standorts ist die Gelsenwasser AG aus Nordrhein-Westfalen. Sie hatte den Chemiepark 2013 vom Eigentümer Jürgen Preiss-Daimler, Inhaber der PD-Group, gekauft. Die Chemiepark-Gesellschaft ist eine Tochterfirma von Gelsenwasser.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass das eine oder andere Projekt hier anlandet“, erklärte Geschäftsführer Patrice Heine. „Möglicherweise könnte in diesem Jahr eine Neuansiedlung erfolgen.“ In welchem Bereich die Firmen produzieren, dazu äußerte sich Heine nicht. Maßgabe sei aber, „dass die Produktpalette zu den Betrieben im Chemiepark passen muss“.

20 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet

Auf dem Areal sind insgesamt 360 Firmen ansässig, in denen rund 12 000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das 1 200 Hektar große Gelände gilt als Vorzeigeprojekt für den Strukturwandel der Ostchemie seit 1990. Die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH mit etwa 70 Beschäftigten ist als Dienstleister für die Infrastruktur zuständig. Sie stellt vor allem die Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie das Rohrbrücken-System für die Firmen. Ebenso vermietet sie Gebäude und Chemie-Lager. 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr werden so erwirtschaftet.

Rund neun Millionen Euro sind seit der Übernahme des Chemieparks durch die Gelsenwasser AG vor fast genau zwei Jahren in die Infrastruktur geflossen. „Wir haben mit der Übernahme sehr zügig damit begonnen, mehr Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren“, so Heine. Modernisiert wurden vor allem die Versorgungs- und Abwassersysteme. Die Investitionen umfassten auch die Sanierung von Immobilien, wie derzeit das Verwaltungsgebäude in Bitterfeld.

Flächen sollen hergerichtet werden

Im kommenden Jahr soll für 1,5 Millionen Euro eine Rohrbrücke ertüchtigt werden, um zusätzliche Leitungen verlegen zu können. Das über 20 Kilometer lange Rohrbrücken-Netz ist quasi die Lebensader des Standortes. Darüber werden unter anderem Produktionsstoffe zwischen den Betrieben transportiert, zum Teil liegen dort aber auch Leitungen für Dampf, Strom und Gas. Geld soll 2016 ebenso dafür fließen, dass Flächen hergerichtet werden.

Insgesamt sieht Geschäftsführerkollege Michael Polk den Chemiepark auch mit Blick auf jüngste Firmen-Erweiterungen gut aufgestellt. „Es ist ein Vorzeigestandort und das hat vor allem etwas mit der Vielfalt der Betriebe zu tun. Wir haben hier nicht nur große Global Player, sondern auch mittelständische Unternehmen.“ Dies garantiere Stabilität.

Durch personelle und organisatorische Veränderungen in den vergangenen zwei Jahren seien zudem Abläufe und Strukturen effizienter gestaltet worden. Unter anderem wurde ein Bauhof gegründet, um einige Aufgaben selbst zu übernehmen. Die Mitarbeiter sind im 24-Stunden-Bereitschaftsdienst für Kleinstreparaturen, Grünflächenpflege sowie die Reinigung der Straßen zuständig. Zudem greift eine neue Entgeltstruktur für die Ver- und Entsorgung. Mit dem Fernwasserversorger Elbaue-Ostharz sei ein Liefervertrag auf 20 Jahre geschlossen worden. „Damit bieten wir den Firmen planbare Entgelte an.“

Die Neuansiedlung von Firmen soll weiterhin forciert werden: Von 1 200 Hektar sind noch 125 Hektar baureife Grundstücke in unterschiedlicher Größe frei. „Wir sind optimistisch, dass es uns gelingen wird, mit einem attraktiveren Ansiedlungsmanagement weitere Investoren hier her zu holen“, so Patrice Heine. (mz)