Bürgermeisterwahl 2021

CDU-Kandidat Uwe Schulze will vom Landrat zum Bürgermeister in Sandersdorf-Brehna werden

Elf Jahre Landtagsmitglied, 20 Jahre Landrat: Statt Ruhestand denkt der Zscherndorfer an eine neue Aufgabe. Er will Bürgermeister werden.

Von Ulf Rostalsky
Zu Hause in Zscherndorf fühlt sich Uwe Schulze wohl. Doch er will mehr, möchte Bürgermeister werden. Ob Kater Felix ihm Glück bringt?
Zu Hause in Zscherndorf fühlt sich Uwe Schulze wohl. Doch er will mehr, möchte Bürgermeister werden. Ob Kater Felix ihm Glück bringt? (Foto: André Kehrer)

Zscherndorf/MZ - Vier Kandidaten wollen Bürgermeister im Sandersdorf-Brehnaer Rathaus werden. Uwe Schulze ist einer von ihnen. Der Bekannteste. Das weiß er. Die Trumpfkarte spielt er auch aus. Einige seiner Wahlplakate lassen daran keinen Zweifel: Es gibt kein Bild, dafür aber drei übergroße Buchstaben, die Programm sind: Uwe. Der Nachname Schulze steht nur klein darunter.

„Ich bin Zugezogener, freilich. Aber ich identifiziere mich mit meinem Wohnort. Nach fast 30 Jahren sollte ich schon als Zscherndorfer durchgehen.“ Uwe Schulze ist immer schon mittendrin unterwegs, sucht das Gespräch, verhandelt auf Augenhöhe. Ganz egal, ob ein Landesvater, Minister oder ganz einfacher Arbeiter vor ihm steht.

„Weil ich etwas verändern, mitgestalten will“

Er kann mit den Leuten, spricht ihre Sprache. Warum? Weil er seine Wurzeln kenne und zu denen stehe, sagt der Mann, der aus einem kleinen Dorf im südlichen Fläming stammt, mit der Landwirtschaft groß geworden ist und nach dem Studium zum Agraringenieur für Saatgutwirtschaft und Pflanzenzüchtung bis 1990 als Saatbauberater arbeitet. Heimisch geworden ist er da schon lange in der Bitterfelder Region. Aus Wolfen stammt seine Frau, in Wolfen-Nord haben sie die erste gemeinsame Wohnung. „Aber das wissen ja viele schon“, sagt Uwe Schulze.

Er ist einfach bekannt, der Mann von nebenan. Das tont er immer wieder. 1990 geht Schulze in die Politik, bewirbt sich um ein Landtagsmandat, wird gewählt. „Weil ich etwas verändern, mitgestalten will.“ Nach drei Legislaturperioden in Magdeburg wagt der Christdemokrat den nächsten Schritt. 2001 gewinnt er gegen Amtsinhaber Horst Tischer (SPD) die Wahl um das Landratsamt. 39 ist er da. Zweimal wird er wiedergewählt.

Der Einzug in den Bundestag blieb Uwe Schulze verwehrt

20 Jahre später soll der nächste Schritt folgen. Uwe Schulze will für die CDU in den Bundestag. „Weil es in Berlin eine Stimme aus der Region braucht. Und jemanden, der weiß, mit welchen Schwierigkeiten Kommunen und Kreise zu leben haben“, sagt er. Und fällt bei der CDU-internen Kandidatenaufstellung durch. Es ist eine Niederlage, die schmerzt und von außen betrachtet zunächst das Ende der politischen Laufbahn des Zscherndorfers ist. Denn noch eine Amtszeit als Landrat wollte er nicht angehen. „Das habe ich gesagt. Da habe ich auch Wort gehalten. Nach 20 Jahren ist Zeit für den Wechsel.“

Aber ist die Kandidatur um das Bürgermeisteramt in Sandersdorf-Brehna nicht ein Rückschritt? Schulze sieht das anders. „In der Wirtschaft fragt auch niemand, wenn du dir einen anderen Job suchst. Da bewirbst du dich, wirst genommen oder nicht.“ So will Uwe Schulze seine Ambitionen für den Chefsessel im Rathaus verstehen. Bereit sieht er sich ohnehin für das Amt. „Ich bin in einem Alter, in dem ich meine Fähigkeiten und meine Erfahrung noch einbringen möchte: Mit voller Energie.“ Schulze ist kein gelernter Verwaltungsmensch. Aber er hat 20 Jahre Erfahrung als Chef einer mehrere hundert Mitarbeiter großen Verwaltung vorzuweisen. Außerdem, das sagt er immer wieder, sei er gut vernetzt und wisse, wo und wie Rädchen zu drehen oder Gespräche zu führen sind.

Uwe Schulze will in Sandersdorf-Brehna erhalten und weiter gestalten

Uwe Schulze ist bekannt. Das soll Sandersdorf-Brehna helfen. Die Stadt sieht er gut aufgestellt: in der Wirtschaft, für Familien, im Sport. „Das zu erhalten, ist eine große Aufgabe. Und ja, es kann noch mehr passieren.“ Die Palette reicht von weiteren Industrieansiedlungen über Wohnbebauung bis zum besseren Radwegenetz. Auch eine intakte Schienenanbindung in Sandersdorf wäre schön, sagt Schulze. Und hält Kritikern vorsorglich entgegen, dass es ja nicht um Schnellzüge gehe. In der Stadt sieht der Zscherndorfer außerdem Potenzial für erneuerbare Energien. Ein 100-Dächer-Programm für Solaranlagen mit der Kommune als Vorreiter zum Beispiel. Wichtig ist ihm aber auch eine andere Sache. „Ich bin gegen einen Ausbau des Deponiestandortes in Roitzsch.“

Uwe Schulze ist Feuerwehrmann aus Leidenschaft. Das zeigt er gern.
Uwe Schulze ist Feuerwehrmann aus Leidenschaft. Das zeigt er gern.
(Foto: Schulze)

Viel hält der Kandidat von der Feuerwehr. In Zscherndorf trat er ein, als er zuzog. „Die Wehren sollen erhalten bleiben. Sie sind im ländlichen Raum doch mehr als nur Retter in der Not.“ Uwe Schulze ist Politiker. Aber er ist auch ein umgänglicher Typ. Das will er nicht außer Acht gelassen haben. Feuerwehr, Zscherndorfer Karneval, der VfB 1919 zählen für ihn. „Aber trotz allem sollten wir nicht vergessen, dass wir alle Sandersdorf-Brehnaer sind.“