Alle Hände voll zu tun

Bürgermeister von Muldestausee wertet gemeinsame Aufräum-Aktion zum „World CleanUp Day“ als Erfolg

Die Gemeinde Muldestausee beteiligt sich am „World CleanUp Day“. Dabei finden nicht nur Plastikmüll und unzählige Glasflaschen den Weg in den Container.

Von Janet Leine 20.09.2021, 15:34
Zahlreiche Helfer packten beim  ?World CleanUp Day? in  der Gemeinde Muldestausee kräftig mit an.
Zahlreiche Helfer packten beim ?World CleanUp Day? in der Gemeinde Muldestausee kräftig mit an. (Foto: Philipp Wagner)

Muldestausee/MZ - Samstag, 9 Uhr morgens in der Gemeinde Muldestausee, es nieselt. Das Wetter lädt eher dazu ein, sich noch einmal die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und den Tag ruhig zu beginnen, doch nicht an diesem Tag. Der Tatendrang ist groß. Bürgermeister Ferid Giebler (parteilos) hatte zur Müllsammelaktion im Rahmen des „World CleanUp Day“ aufgerufen und die Bürgerinnen und Bürger sind dem Aufruf gefolgt.

Darunter viele Vereine und Institutionen wie die Wirtschaftsjunioren Anhalt-Bitterfeld, die Anglerclubs, die Wassersportler, die Kreisjägerschaft, der BUND, die DRK-Wasserwacht zusammen mit den Kollegen aus Magdeburg und viele, viele mehr. „Ich bin auch begeistert wie viele Anwohner sich der Aktion angeschlossen haben“, resümierte beispielsweise Kerstin Täubert-Lindemann von der DRK-Wasserwacht Bitterfeld.

Rund 200 bis 250 engagierten Helferinnen und Helfern waren laut Ferid Giebler vor Ort

An zwei Einsatzstellen, nämlich einmal am Parkplatz am Haus am See in Schlaitz und am Seglerhafen in Pouch, fanden die Teilnehmer alles, was das engagierte Helferherz begehrt. Von der Mülltüte, über Toiletten, Sanitäter, Handschuhe, bis zur Mittagsverpflegung.

Die DRK Wasserwacht Bitterfeld, hatte sich Verstärkung aus Magdeburg geholt, insgesamt waren vier Fahrzeuge und vier Boote im Einsatz.
Die DRK Wasserwacht Bitterfeld, hatte sich Verstärkung aus Magdeburg geholt, insgesamt waren vier Fahrzeuge und vier Boote im Einsatz.
(Foto: Kehrer)

Darin sieht Bürgermeister Ferid Giebler auch den Erfolg der Aktion. „Die Menschen wollen! Wir haben ihnen die Rahmenbedingungen geschaffen, dass eben nicht jeder für sich den Müll sammelt, sondern wir eine größere Aktion daraus machen.“

Und die Teilnehmerzahlen geben ihm recht, von rund 200 bis 250 engagierten Helferinnen und Helfern geht der Gemeindechef aus. „Darunter waren auch viele, die sich im Vorfeld nicht angemeldet haben, sondern einfach so kamen“, so Giebler, den auch die Teilnahme der vielen Kinder gefreut hat. „30, 40 Kinder waren es bestimmt und die kann man natürlich mit solchen Sammelaktionen gut für dieses Thema sensibilisieren“, ist der Bürgermeister angetan.

Nicht nur Plastikflaschen, sondern auch viele Glasflaschen mussten von den Helfern eingesammelt werden

Von 9 bis 14 Uhr ging die Aktion, und da wurde so einiges an Müll gefunden. Hauptproblem Nummer eins ist der Plastikmüll, der sich aufgrund seines geringen Gewichts natürlich bei jedem Windstoß leicht verteilt. Hauptproblem Nummer zwei: Flaschen. Nicht nur Plastikflaschen, sondern auch viele Glasflaschen mussten von den Helfern eingesammelt werden. Darunter viele Schnapsflaschen.

Gut gefüllt,  zeigten sich die Container nach der Sammelaktion.
Gut gefüllt, zeigten sich die Container nach der Sammelaktion.
(Foto: Giebler)

Da der Muldestausee extra für die Müllsammelaktion Wasser gelassen hatte - 20 bis 30 Zentimeter Uferböschung wurden da freigelegt - kamen die Helfer an manchen Stellen an Uferregionen, die sonst unzugänglich sind. Doch gestaltete sich die Sammelaktion an manch’ anderen Stellen - gerade vom Wasser aus - dennoch problematisch. „Wir befinden uns derzeit in der Vegetationsphase, da gibt es viel Schilf, und wir kommen mit unseren Booten nicht so gut ans Ufer ran“, erklärt Kerstin Täubert-Lindemann. Die DRK Wasserwacht Bitterfeld war gemeinsam mit den Magdeburger Kollegen mit insgesamt vier Booten und vier Fahrzeugen im Einsatz.

Was die vielen Helfer am Ende aber zusammengetragen haben, kann sich sehen lassen

Eines hat die Wasserwacht-Truppe - 18 Erwachsene und vier Kinder nahmen teil - aber sehr wohl sehen können, die Nischenbildung im Schilfbereich gerade auf der Schlaitzer Seeseite. Hier fanden die fleißigen Sammler nicht nur einige Überreste von Lagerfeuern sondern eben auch jede Menge Müll, der hier achtlos zurückgelassen wurde.

Doch nicht nur Kleinzeug wurde geborgen, auch große Teile fischte die Wasserwacht buchstäblich aus dem See: Autoreifen, hüfthohe Tonnen, Farbeimer, große Fahrzeugteile, Felgen. Ob sie an Ort und Stelle entsorgt oder durch die Mulde angeschwemmt wurden, kann keiner genau sagen. Fakt ist, irgendwer hat den Müll irgendwann gedankenlos im Wasser entsorgt.

Was die vielen Helfer am Ende aber zusammengetragen haben, kann sich sehen lassen: Je zwei Container mit großem Fassungsvermögen waren von den Kreiswerken kostenfrei für den „World CleanUp Day“ zur Verfügung gestellt worden, am Ende kamen an die 20 Kubikmeter Müll zusammen. Eine Aktion, die gerne wiederholt werden kann, finden die Beteiligten. Und nicht nur bei der Wasserwacht gönnte man sich nach der Arbeit ein Stück Kuchen.