Organisatorin mit Herz

Bitterfelderin Carola Niczko erhält Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt

Die Bitterfelderin ist sich ihrer Talente bewusst. Und weil sie diese für die Stadt einsetzt, bekam sie nun eine Auszeichnung.

Von Andrea Dittmar
Carola Niczko bekam die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt am Dienstag im Wolfener Rathaus verliehen. Foto: André Kehrer

Wolfen - Carola Niczko will es gar nicht erst verheimlichen. „Ich kann nicht malen“, sagt die Bitterfelderin. Ihre Stärke liege im Organisieren. Davon profitiert die Ernst-Thronicke-Stiftung seit der Gründung genauso wie der Bitterfelder Städtepartnerschaftsverein. Um dieses jahrelange Engagement zu würdigen, erhielt die 59-Jährige in der vergangenen Woche die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt.

„Ich engagiere mich mit Herz und Leidenschaft“, sagt Niczko. Dabei kann es auch schon einmal etwas ruppiger zugehen, wie sie sich im Gespräch mit Landrat Uwe Schulze (CDU) bei der Übergabe von Nadel und Urkunde erinnert.

„Nicht personenbezogen, sonder immer sachbezogen, aber dann hart kämpfen“

Etwa beim Hochwasser 2002, da trat sie bittend, aber bestimmt an den damaligen Bundesverteidigungsminister heran, der zur Katastrophenschau nach Bitterfeld gekommen war. Zu der Zeit war Niczko noch stellvertretende Bürgermeisterin Bitterfelds. Über die damalige Meinungsverschiedenheit mit Schulze können die beiden heute lachen. „Nicht personenbezogen, sonder immer sachbezogen, aber dann hart kämpfen“, erklärt die gebürtige Sandersdorferin, die 1980 nach Bitterfeld zog. Um den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, müsse man auch mal drei Schritte zurückgehen können.

Und wenn man Carola Niczko zuhört, scheint diese Taktik aufgegangen zu sein. Etwa bei der Ernst-Thronicke-Stiftung, die ihr, trotz fehlender künstlerischer Begabung, so am Herzen liegt. Den Bitterfelder Maler hatte sie in den 90ern kennengelernt und wurde 2004 seine Betreuerin.

Doch nicht nur nach innen, für die Einwohner Bitterfelds, engagiert sich Carola Niczko

Bis zu seinem Tod 2007 begleitete sie ihn und setzte schlussendlich die Stiftungsgründung in Bewegung. Im Wohnhaus des Künstlers und Lehrers entstand eine Begegnungsstätte und die „Jugendkunstschule Kreativ“, außerdem werden einige seiner 3.000 registrierten Werke ausgestellt. Die Stiftung selbst untersteht der Stadt.

Doch nicht nur nach innen, für die Einwohner Bitterfelds, engagiert sich Carola Niczko. Auch nach außen trägt sie gern ihre Liebe zur Stadt und zur Region. „Unsere Städtepartner müssen gut betreut werden.“ Mit Vierzon konnte 2019 noch die 60-jährige Freundschaft gefeiert werden. Eine Grenzfahrt mit den Freunden aus Marl musste im letzten Jahr hingegen abgesagt werden.

Besonders gerührt ist sie, wenn sich Marler Bürger in Bitterfeld so wohl fühlen, dass sie noch einmal zu Besuch kommen wollen. „Das Engagement gibt einem mehr, als man einsetzt“, sagt Niczko und hofft nun, dass die vielen, durch Corona ausgefallenen Veranstaltungen nachgeholt werden können. Dann könnte sie auch die Ehrennadel vorführen, die erst einmal einen besonderen Platz auf dem Kamin bekommt. (mz)