Besuchermagnet in „Grüner Lunge“

Besuchermagnet in „Grüner Lunge“ Bitterfeld: Tiergehege arbeitet an Konzept um Tierpark zu werden

Bitterfeld - Verein „PePe-activ“ entwickelt neues Konzept für Besuchermagnet in der „Grünen Lunge“. Zucht von Schleiereulen geplant. Kängurus in Aussicht.

Von Sylvia Czajka

Hier stolziert Bodo aus dem Tierpark Bitterfeld - wie das klingt oder zumindest klingen könnte. Für den Lama-Hengst und dessen Kumpel Pedro sind Namen Schall und Rauch. Nicht aber für Thomas Ehrlich und seine Vereinsfreunde von „PePe-activ“. Für sie dreht sich die Welt der Tiere in Bitterfelds „Grüner Lunge“ bald ein Level höher. Hoffen sie. Mit einem neuen Konzept blickt der Trägerverein des Tiergeheges in die Zukunft. „Wir wollen Tierpark werden.“ Und es könnte klappen, gibt sich Ehrlich zuversichtlich.

Das Tiergehege in Bitterfelds Zentrum ist zum Besuchermagnet avanciert. 60 bis 70 Gäste drehen hier täglich ihre Runden. 100 Tiere, etwa 15 Arten, lassen sich bestaunen. „Es sollen mehr werden.“ Für Artenvielfalt könnte der Beitritt in die Deutsche Tierpark-Gesellschaft sorgen. Darum bemühe man sich derzeit. Das Netzwerk biete Möglichkeiten, Erfahrungen aus-, aber auch Tiere aus artgerechter Haltung zu tauschen, erzählt Ehrlich.

Im Tierpark Köthen begrüßt Chef Michael Engelmann das Vorhaben in Bitterfeld

Die ersten gutnachbarschaftlichen Beziehungen sind geknüpft. Das Potenzial liegt im selben Landkreis. Im Tierpark Köthen begrüßt Chef Michael Engelmann das PePe-Vorhaben. Minischafe, Zwergziegen und eine Tinker-Stute vom Nachbarn grasen schon in Bitterfeld. „PePe-activ“ will auch einen Beitrag zum Naturschutz leisten.

„Wir werden uns auf die Zucht von Schleiereulen spezialisieren“, informiert Thomas Ehrlich. „Der Bestand in Deutschland nehme rapide ab“, weist Engelmann hin. Das künftige Bitterfelder Eulen-Paar sitzt jetzt noch im Tierpark Köthen auf der Stange. Für das Australiengehege nimmt man Anlauf mit kleinen Sprüngen: Zwergkängurus sollen kommen.

Zoo-Genehmigung vom Landkreis und Zustimmung der Tierpark-Gesellschaft nötig

Jan Bauer, Geschäftsführer der Tierpark-Gesellschaft, kennt die Kriterien für die Aufnahme in den illustren Kreis. Der kann sich sehen lassen.

120 Mitglieder, die nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz, Holland, Dänemark und Luxemburg kommen. Vonnöten seien eine Zoo-Genehmigung vom zuständigen Landkreis sowie die Zustimmung der Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung. Die nächste sei im April 2020 geplant, sagt Bauer. Vorher gebe es natürlich noch Vor-Ort-Besichtigungen, erläutert Bauer, der auch Dessaus Tierparkchef ist.

Einer, der sich über diese Pläne freut, ist Mike Grade. Er ist Teilnehmer einer Arbeitsgelegenheit des Jobcenters KomBA- ABI, und hat wohl gerade seinen Traumjob gefunden. Der 42-Jährige liebt Tiere. Zuhause erobern gerade Katzenbabys Mila und Barry ihre Umgebung. Im Gehege hat er vor allem den Esel und das Tinker-Pferd, den Neuling, in sein Herz geschlossen, plaudert Grade und drückt nun fest die Daumen, dass es mit der Namens- und Qualitätsänderung klappt. (mz)