„Jedes Objekt hat eine Geschichte“

Warum dieser Mann einen Antikhandel in Baalberge eröffnet

Thomas Eiker lädt zur am 2. Oktober zur Einweihungsfeier ein. Ein Onlinehandel mit Antiquitäten wird vorbereitet.

Von Andreas Braun 23.09.2021, 10:00
Thomas Eiker rückt die Kopfnicker zurecht. Sie sind sehr beliebt.
Thomas Eiker rückt die Kopfnicker zurecht. Sie sind sehr beliebt. Foto: Andreas Braun

Baalberge/MZ - Der 2. Oktober wird für Thomas Eiker ein sehr spannender Tag. Denn dann eröffnet er mit Lebens- und Geschäftspartnerin Heidrun Butter ein neues Geschäft in Baalberges ehemaligem Konsum.

Es ist ein Antikhandel und auch ein Flohmarkt, wie es oftmals bezeichnet wird, auf dem man allerlei Dinge kaufen kann, die man aus Kindheitstagen kennt oder vom Erzählen der Eltern oder Großeltern.

Doch die Eröffnung an dem Samstag mit einer kleinen Einweihungsfeier für die, die ab 10 Uhr vorbeischauen, ist nicht der alleinige Grund. Denn im Geschäft ist Eiker schon lange. Nein, es ist der Traum, den er sich damit erfüllt.

Der 70-Jährige hat hier im Bernburger Ortsteil das gefunden, was er sich schon immer gewünscht hat: Einen Ort, an dem er seine ganzen Schätze unterbringen und von dem er sein Geschäft betreiben kann.

„Über das Gespräch kommt man dann zum Kaufen oder eben Verkaufen. Jedes Objekt hat ja eine Geschichte, eine persönliche oder eine historische.“

Thomas Eiker, Antikhändler aus Baalberge

Schätze trifft es ziemlich genau. Denn für Eiker zählt nicht allein der materielle Wert. Das Verkaufen von antiken Sachen mache ihm Spaß. „Das geht ja eigentlich mit einem Gespräch los. Über das Gespräch kommt man dann zum Kaufen oder eben Verkaufen. Jedes Objekt hat ja eine Geschichte. Eine persönliche oder eine historische“, sagt Eiker, der sich sein Wissen autodidaktisch angeeignet hat.

Der aus Thüringen stammende und seit langer Zeit in Leipzig wohnende Händler von alten Waren will in Baalberge nicht nur das Geschäft aufbauen, sondern von hier aus einen Onlinehandel betreiben.

Das erledigen allerdings seine Mitarbeiter. Bis zu zwölf sollen es insgesamt sein. Er selbst sucht lieber den persönlichen Kontakt. Man sollte sich Zeit nehmen, wenn man in einen Antikmarkt geht, sagt Eiker. Dass das Verkaufen zeitaufwendig ist, das weiß er.

Von Baalberge aus soll auch ein Onlinehandel mit Antiquitäten aufgebaut werden

Wenig Spaß hat Eiker daran, wenn jemand in den Verkaufsraum kommt und sagt, er wolle was kaufen und dann schnell wieder weg. Das sei keine Wertschätzung - weder dem Verkäufer gegenüber, noch für den Gegenstand.

Lieber seien ihm Käufer, die sich genau überlegen, was für ein Stück - oftmals seien es seltene Stücke - er haben möchte. Es hängen auch schon manchmal viele Erinnerungen an einem Objekt.

Für Heiko Scharf, Baalberges Ortsbürgermeister, ist so ein Antik- oder Flohmarkt ein Eldorado. „Ich kann mich da Stunden lang drin aufhalten und viele Erinnerungen kommen dann hoch“, sagt er und freut sich, dass nicht nur neues Geschäftsleben in Baalberge einzieht. Er hofft, dass sich hier Menschen einfinden, die den Ort besser kennenlernen.