Trojaner im Netzwerk

Stadtverwaltung Bernburg schaltet alle Computer ab

Sprecher der Verwaltung erklärt: Die Rathäuser bleiben bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen.

Von Torsten Adam
Das Rathaus  2 in der Schloßgartenstraße in Bernburg.
Das Rathaus 2 in der Schloßgartenstraße in Bernburg. (Foto: Engelbert Pülicher)

Bernburg/MZ - Die Stadtverwaltung Bernburg hat am Montagmorgen ihr Computersystem komplett heruntergefahren und ist derzeit nur noch telefonisch erreichbar. Grund ist nach Angaben von Rathaus-Sprecher Wolfgang Knopf ein Trojaner, den eigene IT-Mitarbeiter am vergangenen Donnerstag entdeckt hatten.

Seitdem sei die Schadsoftware beobachtet worden. Eigene Antivirenprogramme hätten bisher offenbar einen Schaden verhindert. Oberbürgermeister Henry Schütze (parteilos) entschied am Montag dennoch, sicherheitshalber die Reißleine zu ziehen und externe Experten hinzuziehen.

„Am Montagnachmittag erwarten wir Mitarbeiter vom Landeskriminalamt. Außerdem wurden der Landesdatenschutzbeauftragte und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik über diesen Fall in Kenntnis gesetzt“, sagte Wolfgang Knopf gegenüber der MZ.

Anders als beim schwerwiegenden Hackerangriff auf die benachbarte Kreisverwaltung in Anhalt-Bitterfeld geht die Bernburger Stadtverwaltung bisher davon aus, keinen Schaden zu erleiden. „Die Abschaltung der Rechner ist eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Da die Beschäftigten damit vorläufig in ihrer Arbeit zum Teil arg eingeschränkt sind und auch Bürgeranliegen kaum bearbeiten können, bleiben die Rathäuser bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. „Telefonisch sind wir nach wie vor erreichbar“, sagt Wolfgang Knopf.

Die IT-Panne erinnert an den Herbst 2017, als eine Welle von Spam-Mails im Namen von Angestellten der Stadtverwaltung Bernburg Nutzer in der Umgebung verunsichert hatte. Die Stadt hatte im Juni 2018 auf Anfrage der MZ einen „Sicherheitsvorfall“ eingeräumt und mitgeteilt, dass damals das Adressbuch mit rund 200 Datensätzen von Angestellten vom Server gestohlen worden war.

Als Reaktion habe man „den Spam-Filter unseres Netzwerkes verschärft und alle Mitarbeiter sensibilisiert“, hatte der Hauptamtsleiter erklärt.