Stadtkalender Bernburg

Stadtkalender Bernburg: Alt und Neu werden eins

Bernburg/MZ - Die Thalia-Buchhandlung in Bernburg hat stets ein breites Repertoire an Regionalliteratur im Angebot. Deshalb war Leiterin Diana Ortlepp auch die Ideengeberin für einen weiteren regionalen Kalender, denn: „Viele Kunden sind an einem anspruchsvollen regionalen Kalender interessiert.“ Dafür suchte und fand sie Mitstreiter: Der Bernburger Stadtfotograf Simon Kirchhof und der Bernburger Stadtführer Carl-Heinz Schmidt erarbeiteten den Stadtkalender in alten und neuen Ansichten für 2015. Dieser wurde am Mittwochabend in der Buchhandlung ...

Von Sophia Möbes 31.05.2014, 09:45

Die Thalia-Buchhandlung in Bernburg hat stets ein breites Repertoire an Regionalliteratur im Angebot. Deshalb war Leiterin Diana Ortlepp auch die Ideengeberin für einen weiteren regionalen Kalender, denn: „Viele Kunden sind an einem anspruchsvollen regionalen Kalender interessiert.“ Dafür suchte und fand sie Mitstreiter: Der Bernburger Stadtfotograf Simon Kirchhof und der Bernburger Stadtführer Carl-Heinz Schmidt erarbeiteten den Stadtkalender in alten und neuen Ansichten für 2015. Dieser wurde am Mittwochabend in der Buchhandlung vorgestellt.

Einen ähnlichen Kalender gab es bereits in der Vergangenheit. Dennoch ist dieser ein Novum in seiner Art. Seine Basis bilden alte Aufnahmen aus der Sammlung von Schmidts Vater. Dann suchten die beiden den genauen Standpunkt des damaligen Fotografen, um dessen Perspektive einzufangen. Auch die gleiche Brennweite wie damals mussten sie ermitteln. Sehr oft ist ihnen das gelungen, nur am Saalplatz mussten sie kapitulieren. Die Lage der Brücke konnte nicht mit den alten Aufnahmen in Übereinstimmung gebracht werden.

Binnen drei Monaten war alles fotografiert und gemeinsam mit Diana Ortlepp und deren Mitarbeiterin Nicki Fleischmann wurden die Fotos für das Titelbild und die zwölf Monate ausgewählt.

Die Zusammenführung der alten und neuen Fotos ist in einer sehr ansprechenden Form gelungen. Um den alten Teil zu verdeutlichen, blieb dieser in Sepia, so wie alte Fotos aussehen. Der eingeblendete neue Bereich ist in den entsprechenden Farben gehalten. Die Übergänge wurden fließend gestaltet, so erschließt sich dem Betrachter ein einheitliches Bild. Und die Wirkung ist verblüffend. Ob beim Hasenturm, dem alten Krematorium, mehreren Schloß- und Saaleansichten - hier ist ein Kalender gelungen, der alten und jungen Bernburgern gefallen wird. Lieblingsbild von Diana Ortlepp ist das Foto mit drei alten Herren am linken Saaleufer, die zur gegenüberliegenden Seite schauen. An das dortige „Klein Venedig“ können sich junge Bernburger nicht mehr erinnern, es wurde abgerissen. In diesem Bereich wurden Teile des Defa-Films „Die Bernburger Schnurre“ gedreht. Auch an das Geschäft „Zum Knusperhäuschen“ in der unteren Wilhelmstraße erinnert ein Foto.

Carl-Heinz Schmidt hatte bei der Vorstellung des Kalenders am Mittwoch viele launige Hintergrundinformationen parat, wie die zur Erbauung des Schlosses, zum Theatercafé, zum Krematorium, das der Bernburger Heimatdichter Georg Müller errichten ließ oder zum „Scheißkonditor“ Mehrhardt in der Langen Straße. Sein Fazit: „Der Kalender zeigt die investierte Zeit und Liebe von Simon Kirchhof, eine gelungene Sache.“

Ab Sonntag, 1. Juni, gibt es bei „Thalia“ traditionell die Kalender für das Folgejahr zu kaufen, dann ist auch dieser für 12,50 Euro erhältlich. Das Stadtfest ermöglicht am Sonntag die Öffnung des Geschäftes von 13 bis 18 Uhr. Diana Ortlepp ist zuversichtlich, dass dieser Kalender vielen Kunden gefallen wird.