Siebtklässler machen blau

Siebtklässler Sekundarschule Campus Technicus Bernburg malen linke Hände blau an: Was das mit Toleranz zu tun hat und welche Ausstellung sie eröffnet haben.

Bernburg - Die Siebtklässler des Campus Technicus haben blau gemacht. Allerdings nicht aus Unlust oder Protest, sondern weil sie ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen wollen.

Von Felix Filke

Die Siebtklässler des Campus Technicus haben blau gemacht. Allerdings nicht aus Unlust oder Protest, sondern weil sie ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen wollen.

Am Montag hatten sie sich ihre linke Hand mit Körpermalfarbe komplett blau angemalt, um zu schauen, wie die Menschen, die ihnen begegnen, darauf reagieren. „Die blaue Hand steht für Toleranz, Solidarität und Akzeptanz“, sagt Luisa Liebefinke von der Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis, die das Projekt betreut:

„Es geht darum, wie man von Mitschülern und Passanten angesprochen und wahrgenommen wird.“ Wichtig sei aber auch: „Alle haben viel Spaß bei der Sache, es ist eben kein typischer Schultag.“

„Einige haben mir gesagt, dass sie sich ein bisschen behindert fühlen“ 

Erste Rückmeldungen hat sie auch direkt bekommen: „Einige haben mir gesagt, dass sie sich ein bisschen behindert fühlen.“ Später werden die Erfahrungen dann ausgewertet und besprochen. Der Campus Technicus bewirbt sich nämlich um das Siegel „Schule ohne Rassismus“. „Und das muss man sich verdienen“, so Liebefinke.

Der Montag war aber auch noch aus einem anderen Grund ein besonderer Tag für die Campus-Schüler. In der Bernburger Kreisvolkshochschule konnten sie ihre erste eigene Ausstellung eröffnen. Zum 100-jährigen Geburtstag der Volkshochschule hatten sie in den vergangenen Wochen und Monaten Zeichnungen, Masken, Linolschnitte und Figuren aus Pappe hergestellt, die nun im Treppenaufgang und der ersten Etage der Volkshochschule gezeigt werden.

„Das ist alles im Kunstunterricht und im Kurs ,Kreatives Gestalten’ entstanden“, sagt Lehrerin Monika Merkel, die derlei Projekte am Campus Technicus koordiniert. Zu sehen sind beispielsweise Fabelwesen, die sich aus Körperteilen real existierender Tiere zusammensetzen.

Ausstellung zeigt Fabelwesen, die im Kunstunterricht entstanden sind

Viele drachen- und vogelähnliche Wesen sind so entstanden, gezeichnet mit schwarzem Stift auf weißem Papier. Erstmals konnten sich die Schüler auch an Linolschnitten versuchen – sie zeigen vor allem Gesichter, Häuser und Tiere.

Bei der Volkshochschule ist man froh über den frischen Wind, den die Schüler mit dieser Ausstellung in die Räume bringen. „Es ist schön, dass wir durch diese Zusammenarbeit mit dem Campus Technicus an jüngere Leute als Zielgruppe herankommen“, sagt Cornelia Zimmermann, Pädagogin bei der Kreisvolkshochschule. Und weil das so ist, sollen in Zukunft noch weitere Projekte folgen. Denkbar sei etwa eine gemeinsame Schreibwerkstatt von Volkshochschule und Campus Technicus.

Noch bis Ende Januar 2020 ist die Ausstellung in der Kreisvolkshochschule (Vor dem Nienburger Tor 13a) zu sehen und kann auch von anderen Schulen sowie Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen besucht werden. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon 03471/6 84 62 42 18 oder per Mail an czimmermann@kreis-slk.de. (mz)