Betrug auf Ebay-Kleinanzeigen Mehrfach vorbestrafter Mann soll erneut Online-Kunden betrogen haben: Prozess am Amstgericht Bernburg

Bbernburg - Im Betrügen ist ein Mann aus dem Salzlandkreis alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Genau wegen dieses Vorwurfes musste sich der 48 Jahre alte Angeklagte jetzt erneut im Bernburger Amtsgericht einfinden.
Der Beschuldigte soll sich laut Staatsanwaltschaft in zwei Fällen einen illegalen Vermögensvorteil verschafft haben - insgesamt mehr als 1.000 Euro sollen in seine Tasche geflossen sein, ohne dass er dafür die verabredeten Gegenleistungen erbracht hat. Über die Internetverkaufsplattform Ebay-Kleinanzeigen habe er ein iPhone XR und eine Markenuhr des Herstellers Breitling angeboten.
Nach dem verabredeten Handy-Tausch gab es Ärger zwischen zwei Männern
Von einem der Geschädigten soll der mehrfach Vorbestrafte ein hochwertiges Smartphone des Typs Xiaomi 8 Explorer Edition erhalten haben. Sein Versprechen, ihm dafür ein iPhone XR zu überlassen und zusätzlich 200 Euro zu zahlen, blieb er laut Anklageschrift aber schuldig.
Das einzige, was sich der Mann aus einem Könneraner Ortsteil selbst vorwarf, war eine verzögerte Sendung an den Empfänger. „Das Paket kam zurück, die Adresse stimmte nicht“, argumentierte er vor Strafrichter André Stelzner.
Unter Zeugen, so betonte der Angeklagte, habe er das erhaltene Tauschhandy daraufhin wieder zurückgesandt. Im selben Satz widersprach er sich: Denn Zeugen gebe es nicht für die Rücksendung. Staatsanwältin und Richter hatten berechtigte Zweifel an den Äußerungen des Mannes.
Angeklagter behauptet, das Tauschhandy wieder zurückgesandt zu haben
Richter Stelzner gebot weiteren abenteuerlichen Ausreden erst Einhalt, nachdem der Angeklagte versuchte, der Polizei und Gerichtsbarkeit Methoden zu erklären, mit denen seine Unschuld im zweiten vorgeworfenen Betrugsfall nachgewiesen werden könne.
Die Polizei sollte etwa konkret überprüfen, an welchem Funkmast sein Handy bei entsprechenden Aktivitäten eingeloggt war. Im Oktober 2018 bot der Beschuldigte nämlich eine Breitling-Uhr für 900 Euro an.
Da die Käufer diese hohe Geldsumme nicht ins Blaue überwiesen wollten, verlangten sie über den Nachrichtendienst Whats-App ein Bild vom Personalausweis des 48-Jährigen. Das versendete er. Doch die Uhr kam niemals bei den Empfängern an. Stattdessen ein iPhone XS.
Der Angeklagte war erst Ende August aus einer Haftstrafe entlassen worden
Auf ihrer Überweisung hatten die Opfer angezeigt, dass das Geld für eine Uhr bestimmt ist. „Das haben sie falsch drauf geschrieben, außerdem war ich nicht im Besitz einer Uhr“, sagte der gelernte Programmierer, der erst Ende August aus der jüngsten Haft entlassen wurde. Als Opfer im Fall der Breitling-Uhr sah sich der EU-Rentner ausnahmslos selbst. Denn selbst die Nachrichten in der WhatsApp-Kommunikation, die über die Liefermissstände Aufschluss geben, will er nicht geschrieben haben.
Da sich der mehrfach verurteilte Betrüger vor dem Bernburger Amtsgericht nicht geständig zeigte, wird die Verhandlung am 22. Oktober fortgesetzt. Zu diesem Termin sollen auch die mutmaßlichen Geschädigten als Zeugen von weither anreisen. (mz)