Tierheim

Lisa Müller soll bald Tierheim Plömnitz bei Bernburg leiten: Volker Liebchen gibt nach 20 Jahren Posten ab

Plömnitz - Schon als Lisa Müller noch ein Kind war, hatte sie ein ganz besonderes Verhältnis zu Tieren. „Zu mir sind immer alle Hunde gekommen, auch die eher schwierigen.“ Außerdem hatte die heute 29-Jährige früher Kaninchen, Wellensittiche und Meerschweinchen in ihrer ...

Von Felix Filke

Schon als Lisa Müller noch ein Kind war, hatte sie ein ganz besonderes Verhältnis zu Tieren. „Zu mir sind immer alle Hunde gekommen, auch die eher schwierigen.“ Außerdem hatte die heute 29-Jährige früher Kaninchen, Wellensittiche und Meerschweinchen in ihrer Obhut.

„Tiere sind immer ehrlich, die lügen einen nicht an“, sagt die Thüringerin. Im heimischen Gera war sie zudem häufig im Tierpark und hatte dort sogar eine Dohle als Patentier. „Sie hieß Tweety und hat mir kleine Äste und Löwenzahnblüten gebracht, die ich zu Hause in einer Schachtel aufbewahrt habe. Wir hatten schon eine besondere Verbindung.“

Seit einem Jahr arbeitet Lisa Müller im Tierheim in Plömnitz

Seit Ende Januar 2019, also genau ein Jahr, arbeitet Lisa Müller im Tierheim in Plömnitz und hat dort sofort die stellvertretende Leitung übernommen. In naher Zukunft wird es noch eine Stufe höher gehen – dann will nämlich Tierheimchef Volker Liebchen, seit rund 20 Jahren in dieser Position, die Leitung an die 29-Jährige abgeben.

Dabei ist sie eher auf Umwegen in diesem Beruf gelandet. Denn daheim in Gera hat sie was ganz anderes studiert: Sozialpädagogik. „Das war aber eher der Plan meiner Eltern, ich wollte schon immer Tierpflegerin werden.“ Ihre Mutter ist selbst Sozialpädagogin.

Nach fünf Semestern war Schluss, es folgte eine Ausbildung zur Zootierpflegerin im Tierpark Hexentanzplatz in Thale. Nach einigen Jahren dort habe sie einfach eine neue Herausforderung gesucht und sich im Plömnitzer Tierheim beworben: „Ich wollte mich weiterentwickeln und neue Leute kennenlernen.“ Nach kurzer Probearbeit war klar, dass sie bleibt.

Auf einige Semester Sozialpädagogin folgte eine Ausbildung zur Zootierpflegerin

Ihr fester Händedruck verrät: Diese Frau kann fest zupacken. Und das muss sie auch, denn die Arbeit im Tierheim ist kein Zuckerschlecken: „Viele denken, wir streicheln hier den ganzen Tag Tiere.“ Dafür bleibe aber kaum Zeit.

Die Ein-Euro-Kräfte müssen abgeholt und das Essen für die knapp 30 Hunde und ebenso viele Katzen muss zubereitet werden, die Gehege machen sich nicht von alleine sauber und die Hunde sind für jeden Spaziergang dankbar. Auch der Papierkram mit den Behörden sei enorm.

Und dann sind da ja auch noch die regelmäßigen Einsätze, wenn entlaufene Hunde eingefangen oder vernachlässigte Katzen abgeholt werden müssen. „Es gibt Tage, da ist man nur am Rotieren.“ Immerhin kennen die Tiere natürlich auch weder Wochenenden noch Feiertage. Irgendjemand im Tierheim hat also immer Dienst.

„Wir sind glücklich, wenn Hunde bei uns im Heim auftauen“

Vor allem die Außeneinsätze gehen an die Substanz: „Es ist schon traurig, wie manche Katzen und Hunde gehalten werden. Die werden teilweise als Sachen und nicht als Lebewesen behandelt.“ Das sei dann aber eben auch die schöne Seite dieses Berufs: „Wir sind immer glücklich, wenn wir sehen, wie die Hunde bei uns im Heim auftauen.“

Einen von ihnen hat sich Lisa Müller auch gleich mit nach Hause genommen. In den vierjährigen Boxer-Labrador-Mischling Loki habe sie sich nämlich direkt auf den ersten Blick verliebt.

„Das war gleich bei meinem ersten Außeneinsatz, da hat ihn die Autobahnpolizei hierhergebracht.“ Ansonsten mag die Thüringerin, die von sich selbst sagt, sehr naturverbunden zu sein, auch alle anderen Tiere. Mit einer Ausnahme: „Große fette Spinnen gehen gar nicht.“ (mz)