Raumwandeln

Leere Räume in Bernburg wieder mit Leben füllen

Eine Initiative will Menschen ermutigen, sich mit ihrer Geschäftsidee zu verwirklichen.

Von Andreas Braun
Lukas Petereit, Esra Graul (M.) und Helena Philipp  wollen helfen, leere Räume in Bernburg mit Leben zu füllen.
Lukas Petereit, Esra Graul (M.) und Helena Philipp wollen helfen, leere Räume in Bernburg mit Leben zu füllen. Foto: Engelbert Pülicher

Bernburg/MZ - Sie kommen aus Berlin, Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main und aus Bernburg. Vier junge Menschen, die ein Ziel haben: Räume in Bernburg nutzen und die Leere mit Leben zu füllen.

Helena Philipp, Esra Graul und Lukas Petereit sowie Maik Pranzke, einziger Bernburger in der Runde, haben die private Plattform „raumwandeln-bernburg.de“ gegründet. Hier sollen Räumlichkeiten angeboten werden, in denen Start-ups gegründet werden können oder neue Geschäftsideen Platz finden sollen. Die vier hatten die Idee, die Bernburger Wohnstätten GmbH hat die Räume. Das habe gepasst, sagt Petereit, der die Online-Plattform „omazing.de“, eine Online-Marketing-Agentur, gegründet hat. Der Gedanke von „Raumwandeln“ ist, dass über die Plattform im Internet Angebote unterbreitet werden, wo leerstehende Räume zur Verfügung stehen und auch wie sie gestaltet werden können.

Sechs Monate keine Miete und andere Vergünstigungen

„Wir sehen Bernburg als eine Stadt mit Potenzial, aber vieles wird nicht genutzt“, sagt Petereit. Das wolle man ändern. Das städtische Unternehmen stellt die Räume zur Verfügung. Und: „Es gibt Vergünstigungen. Wir haben Partner wie die Wohnstätten GmbH oder auch die Stadtwerke, die mit Verzicht auf sechs Monate Grundmiete und Stromvergünstigungen Anreize schaffen“, sagt Helena Philipp. Omazing bietet ebenfalls Unterstützung an und Steuerberater Kleinschmidt gibt eine kostenlose Erstberatung.

Das erste Objekt ist auch schon in Arbeit. Die einstige HO-Gaststätte „Fortschritt“ an der Bernburger Halleschen Straße soll neu erweckt werden. Hier war einst ein beliebte Gaststätte, eben mit dem Namen „Fortschritt“. Wochentags traf man sich hier auf ein Feierabendbier, manchmal auch auf zwei oder drei Bierchen. Samstag war Tanz. Da war es sehr schwierig reinzukommen, wenn man sich spontan entschied. Das hing auch sehr von Lust und Laune des Personals ab. Jetzt sind die Räume der einstigen Gaststätte eine Filiale der Sparkasse.

„Es gibt Räume ohne Ende und es gibt Ideen von Menschen, die Räume suchen“

Die Räume, die angeboten werden, sind ein Stück weiter. Dort, wo früher Bäcker und Fleischer waren. Hier könnte ein Café mit 50 Sitzplätzen und einer Terrasse entstehen, sagt Helena Philipp. Sie ist seit fünf Jahren in Bernburg und studiert in Strenzfeld. Bernburg ist für die Freiburgerin eine zweite Heimat geworden und sie würde gern hier bleiben. Die junge Frau hat in Strenzfeld am Gründerzentrum einen Job. Die Studentin möchte bewirken, dass die Stadt noch mehr Schwung in das Leben der Bernburger bringt. Dazu will sie ihren Teil betragen. „Es gibt Räume ohne Ende und es gibt Ideen von Menschen, die Räume suchen. Beide wollen wir zusammenbringen“, sagt sie.

Auch Esra Graul hat sich deshalb entschlossen, an diesem Projekt mitzuwirken. Sie wolle in diesem Jahr ihr Studium erfolgreich beenden, sagt die Berlinerin und kann sich durchaus vorstellen, in Bernburg zu bleiben. Dazu bedürfe es eben aber auch, dass die Stadt noch vielfältiger wird. Seit vier Jahren ist sie in Bernburg und hat manche Dinge sehr schätzen gelernt.

Helena Philipp ist Initiatorin des Bernburger Coworking & Event Space Projektraum COI, in dem Esra Graul von Beginn an mitgewirkt hat. Der Coi befindet sich am Markt auf der Ecke Nienburger Straße und ist auch Anlaufpunkt für Bernburger, die sich für Projekte der Hochschule interessieren oder einfach mal so zum Erzählen kommen wollen.

Mehr unter www.raumwandeln-bernburg.de.