Besitzerin aus Strenzfeld schlägt Alarm

Kater starb fast an Gift gegen Ratten und Mäuse

Das acht Monate altes Tier entkam nur knapp dem Tod. Wurde das Gift auf den umliegenden Äckern eingesetzt?

Von Katharina Thormann
Kater Moe wurde in Strenzfeld vergiftet.
Kater Moe wurde in Strenzfeld vergiftet. (Foto: Sparmann)

Strenzfeld - Der Schock sitzt immer noch tief bei Janine Sparmann aus Strenzfeld. Beinahe hätte sie ihren gerade einmal acht Monate alten Kater Moe auch schon wieder unter die Erde bringen müssen, nachdem er vor wenigen Tagen vergiftet worden war.

„Er hat sich zum Glück vollständig erholt, aber das war das blanke Glück, dass wir ihn rechtzeitig gefunden haben. Eine oder zwei Stunden später hätte man nichts mehr machen können“, sagt die junge Frau, die nun alle anderen Katzenbesitzer in der Wohnsiedlung in Strenzfeld und auch darüber hinaus vor den schlimmen Folgen einer Vergiftung warnen will.

Denn offenbar handelt es sich bei dem Vorfall um ein neuartiges und von vielen möglicherweise noch gar nicht bekanntes Gift für Katzen. „Das Besondere an diesem Gift ist die Wirkungsweise“, sagt Sparmann, die von Alpha-Chloralose spricht, das im Körper ihrer Katze nachgewiesen wurde.

„Mein großer Dank gilt der Tierarztpraxis von Dr. Enders, die es rechtzeitig erkannt haben und Moe vor dem Erfrierungstod retten konnten“, sagt Sparmann. Denn Alpha-Chloralose greife das zentrale Nervensystem an, versetze die Tiere ins Koma und senkt die Körpertemperatur bis zum Erfrieren ab.

„Die Hersteller behaupten großspurig, dass die enthaltenen Bitterstoffe Haustiere vom Fressen abhalten.“

Janine Sparmann, Katzenhalterin

„Die Hersteller behaupten großspurig, dass die enthaltenen Bitterstoffe Haustiere vom Fressen abhalten. Die versteckte Gefahr aber für Katzen und Raubvögel ist eben das Fangen von vergifteten Mäusen. Dadurch, dass auch die Mäuse nicht sofort sterben, sondern Stunden durch die Gegend torkeln, nehmen andere Tiere dies als leichte Beute wahr. Eine bereits tote Maus würde eine Katze nicht fangen“, ist Sparmann überzeugt.

Doch das große Rätselraten, wo sich die Katze eine vergiftete Maus gefangen haben könnte, geht weiter. Fest steht nur, dass der Vierbeiner keine großen Runden in dem Wohngebiet in Strenzfeld dreht, was das betroffene Gebiet zumindest etwas eingrenzt. Möglicherweise sei das Gift auf den umliegenden Äckern eingesetzt worden oder aber um ungeliebte Mäuse auf dem Grundstück loszuwerden. Alles andere wäre nur Spekulation.

Nichtsdestotrotz hofft die Katzenhalterin, dass beim Auslegen solcher Köder einmal mehr darauf geachtet wird, welche schwerwiegenden und unvorhersehbare Folgen dieses Mittel für viele andere Tiere außer Ratten und Mäusen haben kann. „Auch für Hunde endet die Vergiftung unbehandelt tödlich“, sagt Sparmann, die über jeden Hinweis froh ist, damit die Angst Kater Moe wieder durch die Natur streunen zu lassen, endlich ein Ende hat. (mz)