Tiergarten Bernburg

Geparden-Weibchen aus Bayern ist eingezogen

Besucher können nach dem Tod von „Glatze“ nun „Malaika“ bestaunen. Für eine Erhaltungszucht wird nun nach einem Kater gesucht.

Von Katharina Thormann
Die vierjährige ?Malaika? wird künftig die Besucher im Tiergarten Bernburg auf dem Rundgang begrüßen. Fotos: Engelbert Pülicher

Bernburg - Wochenlang war es still gewesen im Gepardengehege des Bernburger Tiergartens. Erst seit Mitte dieser Woche ist die Raubkatze zurück. Allerdings nicht die gleiche, die die Besucher seit mehr als 13 Jahren kennen. Überraschend ist „Glatze“ - wie sie von den Tierpflegern wegen ihres Haarausfalls nach einer Krankheit genannt wurde - vor wenigen Wochen gestorben.

„Dem Tier ging es zuvor zwei Wochen lang nicht gut“, sagt Tiergartenleiter Andreas Filz. Der Veterinärmediziner hätte alles Mögliche versucht, doch es zeichnete sich ein Milzschaden ab. „Wir haben dann überlegt, die Milz entfernen zu lassen und alles dafür vorbereitet. Doch dann wurde bei dem Tier eine große Blutarmut festgestellt“, erzählt der Tiergartenleiter weiter.

In Rücksprache mit dem Besitzer des Tieres in Münster habe man entschieden das Tier einzuschläfern, um es von den schweren Leiden zu erlösen. 2008 war das Tier gemeinsam mit seinen Geschwistern im Tiergarten Bernburg geboren, als einziges blieb es in der Saalestadt. Kein Problem für die Tiere, die sowieso als Einzelgänger gelten. Eigentlich hatte „Glatze“ noch nicht das Durchschnittsalter eines Geparden in Gefangenschaft erreicht. Dieses liegt bei etwa 17 Jahren.

„Glatze“ war im Jahr 2008 im Tiergarten Bernburg geboren worden

Doch allzu lange sollte nun nach dem Tod des Tieres das prominente Geparden-Gehege direkt am Tiergarteneingang nicht verwaist bleiben. Darum hatte sich Tiergartenleiter Filz um einen Ersatz bemüht und diesen in „Malaika“ gefunden. Das Tier stammt aus dem Tier- und Vogelpark Irgenöd an der österreichischen Grenze in Bayern und hat sich laut Filz bisher gut in Bernburg eingelebt. So gut, dass es in dieser Woche das erste Mal sein neues öffentliches Außengehege erkunden konnte und sich so gar nicht scheu den Besuchern zeigte.

Und diese können sich in nächster Zeit möglicherweise auch noch auf Jungtiere freuen. Denn laut Filz bewirbt sich der Bernburger Tiergarten für ein Erhaltungszuchtprogramm für Geparden. Schon jetzt sei das vier Jahre alte Tier im besten Alter für eine erste Trächtigkeit. Was dazu allerdings noch fehlt, ist ein Kater, der vorübergehend mit in das Gehege einziehen soll. Aber auch dafür gibt es bereits Gespräche.

Bis dahin wird „Malaika“ weiter ihr neues Zuhause erkunden. Und das im schnellen Schritt. Denn das Tier, das als schnellstes Landtier der Welt gilt und eigentlich in Afrika heimisch ist, kann im Lauf eine Geschwindigkeit von bis zu 93 Kilometern pro Stunde erreichen. Das macht natürlich hungrig. Darum kommen für „Malaika“ gleich ganze Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Hühner auf den „Tisch“. Ergänzt mit Pferdefleisch und Entenbrust.

Zu sehen ist Gepardin „Malaika“ zu den regulären Öffnungszeiten. Geöffnet ist der Tiergarten Bernburg an der Krumbholzallee täglich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr. (mz)