„Es war eine Erlösung“

Weiße Tigerin Kiara im Zoo Aschersleben starb an Nierenentzündung: Obduktion in Leipzig brachte Klarheit

Aschersleben - „Wir haben die ersten Ergebnisse aus Leipzig bekommen“, erklärt Ascherslebens Zooleiter Alexander Beck und sagt: „Die Todesursache steht fest: Kiara, unsere weiße Tigerin, starb an einer Nierenentzündung. Sie hat sich langsam aber sicher selbst vergiftet.“ Noch stehen zwar einige Untersuchungen aus, aber an der Tatsache wird sich nichts ...

Von Regine Lotzmann

„Wir haben die ersten Ergebnisse aus Leipzig bekommen“, erklärt Ascherslebens Zooleiter Alexander Beck und sagt: „Die Todesursache steht fest: Kiara, unsere weiße Tigerin, starb an einer Nierenentzündung. Sie hat sich langsam aber sicher selbst vergiftet.“ Noch stehen zwar einige Untersuchungen aus, aber an der Tatsache wird sich nichts ändern.

An der Nierenentzündung litt das am Wochenende verstorbene Tier schon seit einiger Zeit und wurde auch dagegen behandelt. „Aber die Nieren waren schon zu stark geschädigt“, bedauert der Zoochef. Kein Wunder, dass es Kiara in den letzten Wochen so schlecht ging. Auch die Leber hatte unter der Entzündung gelitten, nennt Beck weitere Ergebnisse der Obduktion in der Leipziger Uni-Klinik.

„Und der Tumor im Ellenbogen, wo sie schon zweimal operiert wurde, war auch wieder am Wachsen“, verrät der Zooleiter weiter. „Da wären erneut schwere Zeiten auf sie zugekommen. Zumindest ist ihr das jetzt alles erspart geblieben“, sagt Beck und tröstet sich bei all der Tragik: „Eigentlich war es für sie eine Erlösung.“ 

„Die Lücke ist da. Das kann man nicht schönreden“, sagt Zoodirektor Alexander Beck

Trotzdem: Seine Pfleger und er sind von Kiaras Tod tief betroffen. Beck beschreibt die 14-Jährige als liebes, gutherziges Tier. „Immer, wenn man in den Stall gekommen ist, hat sie einen freundlich begrüßt. Da fehlt jetzt was. Die Lücke ist da. Das kann man nicht schönreden“, gesteht der Zoochef.

Kiara war immerhin der erste weiße Tiger im Ascherslebener Zoo. Becks Vorgänger Dietmar Reisky hatte sie 2006 mit Hilfe des Zoofördervereins aus Frankreich in die Eine-Stadt geholt und der Einrichtung damit ein Alleinstellungsmerkmal verschafft.

Aschersleben war der einzige Zoo im Osten Deutschlands, in dem weiße Tiger lebten. Denn 2007 kam mit Karim auch noch ein weißer Kater dazu. Insgesamt 24 Jungtiere hat das Paar im Laufe der Jahre bekommen. Kimmy, der erste und von Reisky und seiner Frau mit der Flasche aufgezogene Nachwuchs, lebt noch immer hier.

Wie geht es nun weiter mit den weißen Tigern in Aschersleben?

Wie es nun mit den weißen Tigern in Aschersleben weitergeht? Alexander Beck kann es noch nicht sagen. „Ich bin gerade dabei, herauszufinden, wer in Europa alles weiße Tiger hält und ob da ein Weibchen im richtigen Alter - also acht bis zwölf Jahre alt - dabei ist“, nennt er seine derzeitigen Hausaufgaben. Und natürlich sei auch wichtig, ob sich die Einrichtung überhaupt von diesem Tier trennen würde.

„Wir wissen also noch absolut nicht, in welche Richtung wir gehen. Dafür ist es im Moment noch viel zu früh“, gesteht der Zooleiter. Nur eines ist gewiss: Karim, der 14 Jahre alte Kater, der jahrelang Kiaras Gefährte war, wird in Aschersleben bleiben. „So alte Tiere verpflanzt man nicht mehr. Der bekommt hier sein Gnadenbrot“, verspricht Alexander Beck dann auch.

Alles andere sei offen. Sollte es keine Gefährtin für das Männchen mehr geben, würde der Zoo - so weitere Überlegungen - wahrscheinlich erst nach Karims Tod mit zwei jungen Tieren neu beginnen. Und Tiger in solchen Einrichtungen können immerhin 18 bis 19 Jahre alt werden. (mz)