Schulbeginn

Was Fünftklässler der Adam-Olearius-Schule in der Stadt entdecken: Schulbeginn in Aschersleben

Aschersleben - Was die neuen Fünftklässler der Adam-Olearius-Schule beim Rundgang durch Aschersleben entdecken.

Von Katrin Wurm 22.08.2019, 09:56

Aus 15 verschiedenen Orten kommen die Schüler der neuen 5b der freien Adam-Olearius-Schule Aschersleben. Ein bunter Haufen also, der sich natürlich erst einmal finden muss. Deshalb organisiert die Schule traditionell einen Stadtrundgang durch Aschersleben, um nicht nur einander besser kennenzulernen, sondern auch die Stadt.

Denn die neuen Fünftklässler kommen nicht nur aus Aschersleben beziehungsweise anderen Orten des Salzlandkreises. Sie kommen auch aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz, dem Saalekreis oder dem Harzkreis.

Adam-Olearius-Schule freut sich über wachsenden Zulauf

„Eltern und Schüler schätzen die kleinen Klassen, das Ganztagsangebot, das freie und selbstständige Lernen und das breite Spektrum an möglichen Abschlüssen“, zählt Schulleiter Martin Michaelis die Gründe auf, warum sich Jahr für Jahr mehr Familien um einen Platz für ihr Kind an der Adam-Olearius-Schule bewerben.

„Für das neue Schuljahr hatten wir über 100 Anmeldungen aber nur 60 Plätze“, sagt er und blickt durch die großen Fenster auf den Schulhof, wo gerade kleine und große Schüler ihre Pause verbringen.

Mit Udo Stephan, einem erfahrenem Stadthistoriker vom Askanischen Geschichtsverein im Kulturkreis Adam Olearius, haben die neuen Adam-Olearius-Schüler einen wahren Aschersleben-Kenner an die Hand bekommen.

In einem informativen Stadtrundgang erklärt er den Kindern das Schaffen von Adam Olearius und anderen Ascherslebener Persönlichkeiten. Außerdem spricht er über die Geschichte der Stadt, die Architektur und die Entwicklung, die Aschersleben in den vergangenen Jahren durchlaufen hat.

Udo Stephan vom Askanischen Geschichtsverein führt die Kinder durch Aschersleben

„Es ist wichtig, dass die Kinder einen Bezug zur Stadt finden und auch zum Namen ihrer Schule“, sagt Stephan, der schon seit Jahren die neuen fünften Klassen herumführt.

Und so geht es im Marschschritt durch die Stadt. Den Startpunkt legt der Historiker im Bestehornpark, mit Blick auf die Neo Rauch-Galerie und die Orangerie. Dass die Weiße Villa und die Schulgebäude der Montessori-Schule und Christlichen Grundschule einmal in Besitz der Bestehorn-Söhne waren, wussten die Schüler noch nicht.

Von dort aus zieht die Gruppe weiter zur Augustapromenade, wo Udo Stephan den Schülern den Aufbau der Stadt im Mittealter, also mit Stadtmauer und Gräben, genauer erklärt. „50 Türme gab es entlang der Stadtmauer“, sagt er.

Der Zirkel von Adam Olearius gilt als Zeichen des Aufbruchs

Nur wenige sind erhalten geblieben. Unter anderem auch der Johannisturm, ein weiterer Punkt, den die Kinder und der Stadtführer ansteuern. „Das Johannistor diente als Durchfahrt in die Stadt“, erklärt er den Schülern.

Oben auf der Stadtmauer am Johannisturm steht seit einigen Jahren auch eine Skulptur, die Adam Olearius darstellen soll. „Mit einem Zirkel über der Schulter zieht er aus der Stadt“, erklärt Stephan den Kindern, die auch gleich berichten können, dass auch sie am ersten Schultag an der Olearius-Schule einen Zirkel geschenkt bekommen haben. Der soll als Zeichen des Aufbruchs stehen.

Adam Olearius war der geistige Vater der Landesgartenschau 2010 in Aschersleben, erklärt Stephan. Sein Leben und Wirken bildete die Grundlage vieler gartenarchitektonischer Elemente in den Gärten und Parks der Stadt - so auch auf der Herrenbreite, der letzten Station des Stadtrundgangs.

Am Ende stürmen alle Kinder auf die Herrenbreite, den mit sieben Hektar größten Park der Stadt. Dort erobern sie die Klettergerüste und lassen den Vormittag ausklingen, bevor es wieder zurück in die Klassenräume der Adam-Olearius-Schule geht. Sicher ist den Schülern nach dem Rundgang noch mehr bewusst, wie umfangreich das Schaffen des berühmten Namensgebers war. (mz)