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MZ-AdventskalenderNeunfacher Papa: Wie Ascherslebener Zoo hilft, Bestand der Litschi-Wasserböcke zu sichern

Der Ascherslebener Zoo hilft, den Fortbestand der Litschi-Wasserböcke weltweit abzusichern. Warum die Antilopen bis auf die Nasenlöcher im Wasser verschwinden können.

Von Regine Lotzmann 09.12.2023, 14:15
Teddy freut sich über die hübschen Antilopen im Ascherslebener Zoo. Angelo hat vom Hintergrund aus seine Herde im Blick.
Teddy freut sich über die hübschen Antilopen im Ascherslebener Zoo. Angelo hat vom Hintergrund aus seine Herde im Blick. (Foto: Frank Gehrmann)

Aschersleben/MZ - Vor wenigen Tagen ist Angelo zum neunten Mal Vater geworden. Dabei hatte es eine Weile gedauert, bis der junge Litschi-Wasserbock, der 2019 als Halbstarker aus Niedersachsen in den hiesigen Zoo überwechselte, mit Aschersleben und seinem neuen Harem warm geworden ist. Vor lauter Vorsicht war das stattliche Tier auf dem 8.000 Quadratmeter großen Areal anfangs kaum zu entdecken gewesen. Doch nach und nach mauserte er sich zum Herdenchef bei den drei älteren Damen, die sechs Jahre lang ohne Mann auskommen mussten.

Seitdem hat Angelo – übersetzt bedeutet das „der Bote Gottes“ – nun schon neun Mal für Nachwuchs gesorgt. „Das Jüngste, erst ein paar Tage alt, kann man schon erstaunlich oft auf der Anlage sehen“, staunt Zooleiter Alexander Beck. Denn die älteren Geschwister hätten erst nach rund vier Wochen ihre schützenden Verstecke verlassen. Der Jungsporn schon nach 14 Tagen.

„Doch je größer die Herde ist“, weiß Beck, „desto schöner präsentiert sich der Nachwuchs, weil die Herde eben auch Sicherheit gibt.“ Und in der leben neben Angelo und zwei Zuchtweibchen derzeit immerhin fünf Jungtiere. Ein sechstes hat den Zoo gerade in Richtung Wildpark Schwarzach verlassen, wo es sich gut aufgenommen fühlt und nun selbst eine eigene Herde gründen kann.

Die Litschi-Wasserböcke leben eigentlich im südlichen Afrika. An morastigen Sümpfen oder in überfluteten Arealen. Damit sie dort nicht im Schlamm versinken, besitzen die Antilopen weit spreizbare Klauen. Bei Gefahr, so erzählt der Zooleiter, tauchen sie im Wasser ab. So weit, dass nur noch die Nasenlöcher zu sehen sind. Daher auch ihr Name.

Da es in freier Natur aber immer weniger Feuchtgebiete gibt, ist der Bestand dieser Antilopenart mit den prachtvollen Hörnern arg gefährdet. Vier der fünf Unterarten sind schon stark dezimiert. Deshalb hoffen die Ascherslebener – in Europa werden diese Tiere in nur 80 Zoos gehalten – auch weiterhin auf Nachwuchs.

Und so freut sich Beck, dass Angelos Nachkommen inzwischen in Deutschland, Belgien oder Dänemark ihre eigenen Herden haben und den Fortbestand dieser Art zu sichern helfen.