Markt will Ressourcen schonen

Im Ascherslebener E-Center setzt man zunehmend auf Nachhaltigkeit

Energieverbrauch wird durch neue Kühlregale reduziert. Was noch umgesetzt werden soll.

Von Harald Vopel
  Mitarbeiterin Stefanie Frutig bestückt eines der neuen Kühlregale.
Mitarbeiterin Stefanie Frutig bestückt eines der neuen Kühlregale. Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben/MZ - Nachhaltigkeit - ein Wort, das sich seit einigen Jahren immer häufiger hören lässt. In fast allen Bereichen des Lebens. Es geht um Umweltschutz und Langlebigkeit. Aber vor allem geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit den endlichen Ressourcen der Erde.

Wie Nachhaltigkeit in einen großen Einkaufsmarkt Einzug halten kann? „Schritt für Schritt“, sagt der Inhaber des Ascherslebener E-Centers, Heiko Grunert. Er beschäftige sich schon lange mit dem Thema und setzt die Ideen peu à peu auch um. Gerade sei die komplette Kühltechnik überarbeitet worden. „Da bieten wir jetzt gut 80 Prozent der Waren in den Kühlregalen unter Glas an“, so Grunert. Das reduziere den Energieverbrauch erheblich und damit auch den CO2-Ausstoß. Gleichzeitig habe man komplett auf Ökostrom umgestellt. Und der werde seit Anfang des Jahres vom hier ansässigen Anbieter bezogen. „Wir haben im vergangenen Jahr Gespräche mit den Ascherslebener Stadtwerken geführt“, so der Markt-Chef. Am Ende stand fest, dass man ins Geschäft komme.

Firmenfahrzeuge werden nur in Aschersleben betankt

Überhaupt seien Nachhaltigkeit und Regionalität für Grunert immer weniger zu trennen. Das habe konkrete Auswirkungen auf das Angebot. Inzwischen seien auch seine Mitarbeiter dafür sensibilisiert, auf neue und tolle Produkte von Anbietern aus der Region aufmerksam zu machen. Grunert nennt da als eines der jüngsten Beispiele die Ascherslebener Kaffeemänner Rösterei und Manufaktur. Deren Produkte finden sich inzwischen auch in den Regalen des Marktes „und haben sogar einen unmittelbaren Bezug zur Stadt“. Regionalität mache auch in einem Supermarkt Sinn. Wegen der kurzen Lieferwege - aber auch in Sachen Heimatverbundenheit. Dabei sei das Warenangebot nicht das Einzige, was die Regionalität ausmache, erklärt Grunert.

Andererseits würden nämlich auch die Service-Aufträge wie beispielsweise Reparaturen an hiesige Unternehmen vergeben. „Und auch unsere Firmenfahrzeuge betanken wir nur in Aschersleben“, sagt Grunert. Außerdem steht eine Elektro-Tanksäule auf dem Kundenparkplatz. Die werde übrigens in jüngster Zeit weitaus häufiger genutzt als am Anfang.

„Tierwohl fordern und billiges Fleisch kaufen, geht nicht“

Was eher noch längst nicht in zunehmenden Mengen an den Mann - oder die Frau - gebracht wird, das sind die Bio-Angebote. Deshalb habe man von denen gerade einmal 1 bis 1,5 Prozent auf der Angebotspalette. Das sei aber jederzeit ausbaubar. In Sachen Bio-Fleisch sei man sogar ein zertifizierter Markt. „Allerdings spielt bei den meisten Kunden nach wie vor der Preis die ausschlaggebende Rolle bei der Kaufentscheidung“, bedauert Heiko Grunert. Und weiter: „Tierwohl fordern und billiges Fleisch kaufen, geht nicht.“

Zur Nachhaltigkeit sollen aber auch die kleinen Dinge beitragen. So wie unter anderem das Angebot, dass die Kunden an der Fleisch- und Wursttheke eigene Gefäße mitbringen können, um die Ware zu verpacken. Dafür werde sogar mit einer Stempelkarte und einem Rabatt geworben. „Wichtig - die Gefäße müssen sauber sein.“ An der Fischtheke und beim Bäcker werden Mehrwegbeutel angeboten, und an den Markt-Kassen sind unter anderem Einkaufsbeutel verfügbar, die bereits einen mehrfachen Recyclingkreislauf durchlaufen haben. Unter Regionalität versteht der Markt-Chef aber auch, in Aschersleben und in der Region ansässige Vereine und Einrichtungen bei deren Arbeit als Sponsor zur Seite zu stehen.